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Hamburger Genossenschaft holt Preis mit besonderem Projekt

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Wie bekommt man in Hamburg eine Genossenschaftswohnung? Eine zurzeit drängende Frage auf dem angespannten Immobilienmarkt der Stadt. Genossenschaften wie Kaifu-Nordland bauen und entwickeln ihre Objekte weiter, wie hier am Eimsbütteler Marktplatz.

Wie bekommt man in Hamburg eine Genossenschaftswohnung? Eine zurzeit drängende Frage auf dem angespannten Immobilienmarkt der Stadt. Genossenschaften wie Kaifu-Nordland bauen und entwickeln ihre Objekte weiter, wie hier am Eimsbütteler Marktplatz.

Foto: Oliver Heissner/KAIFU NORDLAND

Für Mieter der Generation Ü60: Kaifu Nordland gewinnt Wettbewerb für Bauen in schwieriger Lage. Was die Genossenschaft auszeichnet.

Berlin/Hamburg. Wer in Hamburg eine Wohnung sucht, fand sie in der Vergangenheit häufig über die rund 30 großen Genossenschaften, die in der Stadt aktiv sind. Etwa 130.000 Wohnungen besitzen die Genossenschaften in Hamburg. Das ist jede fünfte. Doch quasi alle haben einen Aufnahmestopp für neue "Genossen". Dennoch kann man sich bei ihnen eintragen lassen, wenn man eine Wohnung sucht. Und die Genossenschaften selbst sind alle unheimlich aktiv. Sie planen, sie bauen neue, sie gestalten ihre bestehenden Wohnungen um.

Vor allem um der Nachfrage gerade der wachsenden älteren Bevölkerung gerecht zu werden, müssen sich die ihren Mitgliedern gehörenden Unternehmen etwas einfallen lassen. Und dabei ist jetzt ein preiswürdiges Projekt herausgekommen. Die Kaifu Nordland eG wurde jetzt in Berlin mit dem "Deutschen Bauherrenpreis 2020" ausgezeichnet.

Hamburger Genossenschaft baut in "schwieriger Lage"

Sie errang den Spitzenplatz in der Kategorie „Bauen in städtebaulich schwierigen Lagen“. Und eine solche schwierige Lage ist der Eimsbütteler Marktplatz, umtost vom Dauerverkehr, der von der Autobahn A7 über den Holstenkamp und die Kieler Straße Richtung City und Altona drängt. Hier erarbeiteten die Kaifu Nordland sowie die LRW Architekten und die Stadtplaner PartG mbH ein spezielles Projekt.

In der Begründung der Jury hieß es, am Eimsbütteler Marktplatz sei eine "vorbildliche Wohnarchitektur in einem heterogenen städtebaulichen Umfeld für die Zielgruppe 60+ geschaffen worden". So kann man es auch ausdrücken, wenn die Umstände besonders herausfordernd sind. Die Lage ist eigentlich sehr attraktiv, aber vor allem da, wo es im Umfeld nicht so laut ist.

Und dort wiederum greifen steigende Mieten und die Umwidmung von Miet- zu Eigentumswohnungen um sich. Vor allem Richtung Osterstraße. Mieter, vor allem eingesessene in der Nachbarschaft und die der Generation über 60, haben hier wenig Bleibechancen.

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Hamburger Genossenschaften: Preiswertes Wohnen erhalten

So sagten auch Ditmar Baaß und Dennis Voss aus dem Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Kaifu Nordland: „Die demografische Entwicklung stellt gerade die Genossenschaften als Garant für preiswertes Wohnen vor große Herausforderungen. Hamburg wird älter. Und fast alle Seniorinnen und Senioren haben den Wunsch, auch im Alter eigenständig leben zu können – mitten im Leben."

Das sei das Ziel des Projekts gewesen. "Wir verstehen den Preis als Ansporn, weiter dafür zu sorgen, dass unsere Mitglieder auch im hohen Alter gern bei der Kaifu Nordland leben.“

Wohnungsverbands-Direktor Andreas Breitner sagte, es sei schon "wirklich große Baukunst", an diesem Standort ein "so ansprechendes Gebäude" zu bauen.

( HA/ryb )

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