Hamburg

Wetter: Wind zur Klima-Demo, Sturm zum Wahlsonntag

| Lesedauer: 4 Minuten
Franziska Coesfeld
Wetter in Hamburg: Morgen, Kinder, wird's was geben. Die Vorhersage sieht für den Klimastreik mit Greta Thunberg schlecht aus, ebenso für das Derby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli. Bei der Bürgerschaftswahl 2020 wird das Wetter in Hamburg ebenfalls "bescheiden" sei. Blick von der Kennedybrücke auf die Lombardsbrücke und den Jungfernstieg (Archivbild).

Wetter in Hamburg: Morgen, Kinder, wird's was geben. Die Vorhersage sieht für den Klimastreik mit Greta Thunberg schlecht aus, ebenso für das Derby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli. Bei der Bürgerschaftswahl 2020 wird das Wetter in Hamburg ebenfalls "bescheiden" sei. Blick von der Kennedybrücke auf die Lombardsbrücke und den Jungfernstieg (Archivbild).

Foto: Thorsten Ahlf

Der Winter ist in Hamburg bisher ausgefallen – und auch weiterhin nicht in Sicht. Das Wetter bleibt grau, windig und nass.

Hamburg. Gefühlt regnet es in Hamburg seit sieben Wochen. Dazu gibt es Tag für Tag viel grauen Himmel, wenig Sonnenschein und immer wieder Wind. "Besonders winterlich war das Wetter in Hamburg bisher nicht", sagt der Meteorologe Dominik Jung. Und auch in den kommenden Tagen erwartet die Hansestadt Aprilwetter mit grauen Wolken, milden Temperaturen, Westwind und immer wieder Regen.

Am Freitag, an dem Zehntausende Menschen – darunter auch die Klima-Ikone Greta Thunberg – ab 14 Uhr bei der Fridays-for-Future-Demo in Hamburg auf die Straße gehen, bleibt es ab mittags immerhin überwiegend trocken. Das Thermometer klettert auf 9 Grad und es wird windig. Klimastreik-Teilnehmer sollten ihre Plakate und Transparente also gut festhalten.

Wetter in Hamburg: Es wird stürmisch-mild am Wahlsonntag

Am Wochenende legt der Wind bei bis zu 10 Grad Höchsttemperatur nochmal zu. "Es muss mit Sturmböen mit 80 bis 85 km/h gerechnet werden", so der Wetterexperte Jung. "Dazu gibt es immer wieder Regen." Das bedeutet: Am Sonnabend müssen Zuschauer des Derbys FC St. Pauli – HSV, für das sich die Polizei Hamburg Verstärkung aus anderen Bundesländern geholt hat, mit Gegenwind rechnen. Und am Sonntag, dem Tag der Bürgerschaftswahl, sollten Hamburger ihre Regenschirme auf dem Weg zum Wahllokal in Schach halten.

Ob das stürmisch-milde Wetter Auswirkungen auf die Wahlbeteiligung hat, bleibt abzuwarten. Studien zum Thema "Wahl und Wetter" gibt es gleich mehrere – darunter die Untersuchung des früheren Instituts für Wetter- und Klimakommunikation aus Hamburg. Dieser Studie zufolge sinkt die Wahlbeteiligung um 0,2 Prozent, wenn die Temperatur um ein Grad steigt. Bei 61,5 Millionen Wahlberechtigten macht das etwa 100.000 Wähler aus. Die gleiche Wirkung solle eine halbe Stunde mehr Sonnenschein erzielen, während bei Regen kein Unterschied festzustellen sei.

Infos rund um das Thema Wind und Sturm:

  • Starker Wind (Äste schwanken, Regenschirme sind nur schwer zu halten): 40 bis 45 km/h
  • Stürmischer Wind (Zweige brechen von Bäumen, erschwert erheblich das Gehen im Freien): 65 bis 70 km/h
  • Sturm (Äste brechen von Bäumen, kleinere Schäden an Häusern): 75 bis 85 km/h
  • Schwerer Sturm (Wind bricht Bäume, größere Schäden an Häusern): 90 bis 100 km/h
  • Orkanartiger Sturm (Wind entwurzelt Bäume, verbreitet Sturmschäden): 105 bis 115 km/h

Wetter: Februar in Hamburg fast so warm wie April

Fest steht hingegen, dass der Hamburger Februar wesentlich wärmer, nasser und grauer ist als sonst. "Mit einer Durchschnittstemperatur von 6,2 Grad ist der Februar jetzt schon 2,5 Grad wärmer als ein Durchschnitts-März", sagt Dominik Jund. Es ist sogar jetzt schon fast so warm wie im April – für den Frühlingsmonat beträgt die durchschnittliche Temperatur 7,4 Grad.

"Die Abweichung in diesem Februar ist außergewöhnlich", so Jung. Und die milden Temperaturen haben Folgen. "In der Natur blühen bereits Pflanzen, die eigentlich erst in sechs bis acht Wochen blühen sollten."

Nass und grau: Bisher nur 27 Stunden Sonnenstunden im Februar

Wer den Eindruck bekommen hat, dass es im Februar quasi durchgeregnet hat, liegt damit nicht ganz falsch. Dominik Jung: "Im Februar ist bereits fast doppelt so viel Regen in Hamburg runtergekommen wie in einem Durchschnitts-Februar – 79 Liter pro Quadratmeter."

Wenig überraschend: Die Sonne hat sich im Februar äußerst zurückhaltend gezeigt – bisher schien sie nur 27 Stunden. "Im Durchschnitt verzeichen wir 67 Sonnenstunden im Februar", sagt der Meteorologe. Dieser Wert kann bis zum 29. Februar nicht mehr erreicht werden. Denn auch in der kommenden Woche zeigt sich der Himmel überwiegend bewölkt.

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