Digitalstrategie

Hamburg Tourismus arbeitet an einer Gastro Card

Der Chef von Hamburg Tourismus Michael Otremba auf der Michaelisbrücke.

Der Chef von Hamburg Tourismus Michael Otremba auf der Michaelisbrücke.

Foto: Michael Rauhe

Erneuter Rekord bei Übernachtungszahlen. HHT-Chef Michael Otremba setzt auf neue Apps, die Hamburger und Gäste nutzen sollen.

Hamburg.  Hamburg hat im vorigen Jahr einen neuen Rekord bei den Übernachtungszahlen verzeichnet. Die Zahlen werden zwar erst nächste Woche offiziell präsentiert, aber nach Abendblatt-Informationen wurden im Jahr 2019 mehr als 15,4 Millionen Übernachtungen registriert – 2018 waren es noch 14,52 Millionen Übernachtungen.

Auch die Hamburg Tourismus GmbH (HHT) hat ein deutlich besseres Geschäftsergebnis erzielt als im Vorjahr. Der Umsatz sei 2019 auf rund 45 Millionen Euro gestiegen, sagte HHT-Geschäftsführer Michael Otremba dem Abendblatt. In den Jahren davor lief es nicht so rund: 2017 war der Umsatz um rund 2,2 Millionen Euro auf 41,5 Millionen Euro gefallen, 2018 waren es dann nur noch 38,7 Millionen Euro. Die Wirtschaftsbehörde, die für die HHT zuständig ist, und der Aufsichtsrat sahen dringenden Handlungsbedarf.

Nachfrage nach der Hamburg Card gestiegen

„Wir haben eine neue Vertriebs- und Digitalstrategie auf den Weg gebracht. Dabei ging es uns vor allem um eine nachhaltige und qualitätsorientierte Tourismusentwicklung sowie die aktive Gestaltung des digitalen Wandels, die wir dann ja zum Beispiel bei der Hamburg Card umgesetzt haben“, sagte Otremba.

Im vergangenen Jahr ist die digitale Hamburg Card, die es als Papierkarte schon seit rund 30 Jahren gibt, eingeführt worden. Wer sich die Hamburg-App herunterlädt, kann dort die Karte mit Vergünstigungen bei mehr als 150 Attraktionen inklusive HVV-Fahrkarte kaufen. „Ich kenne keine andere Großstadt, der es gelungen ist, dieses Angebot auf diese Weise komplett zu digitalisieren. Wir konnten den Verkauf der Hamburg Card um sieben Prozent steigern. Aktuell arbeiten wir an Themenkarten, die wir über die App anbieten werden“, sagte Otremba.

Spezielle Angebote aus der Gastronomie per App

So wurde bereits die „Hamburg Card Green“ eingeführt. „Wer diese bucht, erhält Rabatte auf mehr als 40 nachhaltige Angebote in den Bereichen Gastronomie, Shopping, Freizeit und Mobilität“, sagt Otremba. Und es ist schon eine weitere Themenkarte in Planung. Arbeitstitel: Kulinarik. „Das ist ein Angebot, mit dem wir auch Hamburger ansprechen wollen, aber das natürlich auch für Gäste interessant ist. Wir arbeiten an einer App, auf der wir spezielle Angebote aus der Gastronomie präsentieren werden. Wer die App besitzt, erhält dann Mehrwerte in Restaurants und Bars. Natürlich mit wechselnden Partnern, um immer wieder neue Anreize zu geben“, sagte Otremba.

Ein weiterer Erfolg für die Hamburg Tourismus GmbH: Durch spezielle Reisepakete seien deutlich mehr Hamburgtrips verkauft worden. Den Umsatz auf ihrer Buchungsplattform habe die HHT um zwölf Prozent steigern können, berichtete Otremba.

Hamburg arbeitet an einer „digitalen Erlebnisplattform“

Zu den Hintergründen sagte er: „Wir haben mit der Hotellerie ein neues Kooperationsmodell entwickelt. Die Übernachtungspreise werden dort der Nachfrage angepasst. Außerdem werden vor allen Dingen Pauschalangebote, zum Beispiel Übernachtung plus Anreise und Tickets für Musical oder Events, stark nachgefragt.“

Hamburgs Tourismuschef setzt voll auf Digitalisierung und verriet im Abendblatt-Gespräch einen weiteren Plan: „Wir arbeiten an einer digitalen Erlebnisplattform. Dort werden wir Freizeiterlebnisse deutlich flexibler abbilden. Konkret heißt das, dass Hamburger und Gäste auf dieser Plattform individuelle und vielfältige Angebote zur Freizeitgestaltung finden sollen, vom Auswanderermuseum über den Yogakursus im Stadtpark oder den Kochkursus von Hamburgern in der eigenen Küche. Damit wir auch kleinen Anbietern eine Plattform bieten.“

Hamburg mit 80 Partnern auf der ITB

Höchste Priorität für Michael Otremba habe es, „in den Suchmaschinen immer ganz vorne mit dabei zu sein. Das Ziel unserer Experten ist es, dass möglichst jeder, der sich für Hamburg interessiert, auf die HHT-Internetseite gelenkt wird und dann unsere Angebote nutzt.“

Vom 4. März bis zum 8. März wird sich Hamburg auf der ITB (Internationale Tourismus-Börse) in Berlin präsentieren. Auf der weltgrößten Reisemesse ist die Hansestadt gemeinsam mit rund 80 Partnern auf einem 650 Quadratmeter großen Stand vertreten.

Das Thema Kultur soll in diesem Jahr im Mittelpunkt des Hamburger ITB-Auftritts stehen. Zum traditionellen Hamburg-Empfang auf dem Berliner Messegelände werden rund 250 Gäste erwartet.