Hamburger Unternehmen

Rassistischer Tweet: So kreativ kontert die Otto Group

Die Konzernzentrale der Otto Group (Archivbild).

Die Konzernzentrale der Otto Group (Archivbild).

Foto: Otto Group

Das Social-Media-Team der Hamburger Otto Group reagiert auf rechte Hetze – und wird dafür im Netz gefeiert.

Hamburg. Das Hamburger Unternehmen Otto hat sich am Freitag mit der Antwort auf einen an den Versandhandel adressierten Tweet einer Nutzerin auf kreative Weise gegen Rassismus und rechte Hetze positioniert.

Otto-Werbung: Twitter-Userin beschwert sich

Die Userin, die über sich selbst in der Profilbeschreibung schreibt "Ich bin so weit rechts, dass ich links schon wieder um die Ecke komme" und angeblich Mitglied der AfD ist, richtete sich mit Screenshots der Versandhandel-Website und einer selbst verfassten E-Mail sowie folgenden Worten (und einigen Rechtschreibfehlern) an das Unternehmen: "ES WIDERT MICH NUR NOCH AN. Da will man ein Kundenkonto eröffnen, klickst entsprechend, glotzt mich Afrika an! ICH WILL DAS NICHT MEHR SEHEN MÜSSEN! Das ist nicht unsere Gesellschaft, dass ist die Gesellschaft die wir werden sollen. OHNE MICH! @otto_de find ich scheiße..."

In der E-Mail äußert sich die Twitter-Nutzerin Paula P. außerdem kritisch zur deutschen TV- und Internet-Werbung und stellt dem Unternehmen diesbezüglich eine Reihe von Fragen.

Social-Media-Team kontert Rassismus

Am Freitag reagierte das Social-Media-Team von Otto dann mit einem einfallsreichen Tweet auf die rassistischen Äußerungen: "ES WIDERT UNS AUCH AN. Da will man Twitter öffnen, klickt entsprechend, glotzt uns erneut so ein absurder Tweet an! WIR WOLLEN DAS AUCH NICHT MEHR SEHEN MÜSSEN! Das ist nicht unsere Gesellschaft. OHNE UNS!"

Innerhalb eines Tages erhielt der Post mehr als 3000 Retweets und über 22.000 "Gefällt mir"-Angaben. Andere Twitter-Nutzer stärken dem Unternehmen außerdem den Rücken. "Danke @otto_de. Haltung zeigen. Laut sein. Kein Millimeter nach rechts" schreibt ein User.

"Sehr gut. Vermutlich würde Paula sich ausweisen, wenn sie erfahren würde, dass alle Menschen ursprünglich aus Afrika kommen, Paula auch.. Ist zwar tausende Jahre her, aber sie lebt ja gerne in der Vergangenheit...", ergänzt eine andere Userin und erhielt dafür bis Sonnabendmittag mehr als 600 Likes.