Hamburg

Alkoholkonsum im Hafen: Keine Gnade für „Käpt’n Blaubär“

Die Hamburger Wasserschutzpolizei zeigt bei Kontrollen betrunkener Kapitäne keine Gnade. Hinter dem Steuer gilt: nüchtern sein (Archivbild)!

Die Hamburger Wasserschutzpolizei zeigt bei Kontrollen betrunkener Kapitäne keine Gnade. Hinter dem Steuer gilt: nüchtern sein (Archivbild)!

Trifft die Wasserschutzpolizei auf betrunkene Kapitäne, kennt sie kein Pardon. Das erwartet die Schiffsführer nach der Kontrolle.

Hamburg. Auf das „Schnäpschen in Ehren“ sollten Schiffskapitäne unbedingt verzichten. Belege für die fatalen Folgen des Alkoholkonsums am Steuer von Schiffen gibt es reichlich. 2004 etwa kollidierten der Säuretanker ENA 2 und ein Containerschiff im Hafen – 960 Tonnen ätzende Schwefelsäure ergossen sich in die Elbe. Der Kapitän des Tankers hatte einen Blutalkoholgehalt von 2,1 Promille. Anders gesagt: Er war sturzbetrunken.

Im Vorjahr hat die hiesige Wasserschutzpolizei drei Strafverfahren gegen Kapitäne eingeleitet, die unter Alkoholeinfluss ihr Schiff durch Hamburger Gewässer steuerten. Auf deutschen Gewässern gilt für Schiffsführer eine Grenze von 0,5 Promille. Wird bei ihnen mehr als 1,1 Promille im Blut nachgewiesen, droht ein Strafverfahren. Für Kapitäne, die Gefahrengüter oder Passagiere transportieren, gilt ein totales Alkoholverbot.

Wasserschutzpolizei kontrolliert betrunkene Kapitäne

Die Fälle aus dem Vorjahr sind offen, die Polizei ermittelt noch. 2018 hatten die Behörden fünf Strafverfahren im Zusammenhang mit Trunkenheit eingeleitet. Vier Verfahren stellte die Staatsanwaltschaft nach Angaben von Behördensprecherin Liddy Oechtering ein, eins davon unter Auflagen. In einem weiteren Fall erließ das Gericht einen Strafbefehl und verhängte eine Geldstrafe von 2500 Euro.

Im Juli 2018 hatte die Wasserschutzpolizei den Beschuldigten erwischt, als er im Bereich des Hafens mit seinem Motorboot Schlangenlinien fuhr – er wies einen Blutalkoholwert von 1,23 Promille auf. Sicher ist: Trifft die Hamburger Wasserschutzpolizei bei ihren Kontrollen auf „Käpt’n Blaubär“, kennt sie kein Pardon. So stufte sie in beiden Jahren nicht einen einzigen Fall als bloße Ordnungswidrigkeit ein.

Wurde Kapitänen der Schiffsführerschein entzogen?

Zum Revier der Wasserschutzpolizei gehören auch Abschnitte der Elbe von der westlichen Hafengrenze bei Tinsdal bis Sankt Margarethen bei Brunsbüttel. In den Gewässern außerhalb Hamburgs erwischten die Beamten im Vorjahr nur einen betrunkenen Schiffsführer – 2018 waren es drei. Das geht aus der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage des Hamburger CDU-Politikers Karl-Heinz Warnholz hervor.

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Ob und in wie vielen Fällen betrunkenen Kapitänen auch der Schiffsführerschein entzogen wurde, gibt der Senat nicht an. Das für solche Maßnahmen zuständige Bundesverkehrsministerium habe auf Anfrage keine Zahlen gemeldet, so der Senat weiter.