Hamburg

UKE: Roboter vertreten kranke Kinder im Schulunterricht

Die norwegische Entwicklerin Karen Dolva zeigt den Roboter AV1. Dieser wird im Kinderkrebs-Zentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) getestet.

Die norwegische Entwicklerin Karen Dolva zeigt den Roboter AV1. Dieser wird im Kinderkrebs-Zentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) getestet.

Foto: picture alliance / Michael Kappe

Ausweitung der Testphase: Schulbehörde steigt in das Projekt am Universitätsklinikum ein. So funktionieren die kleinen Roboter.

Hamburg. Vom Krankenhausbett am Schulunterricht teilnehmen, sich sogar melden und somit aktiv am Unterricht teilnehmen – das können Kinder mit dem nur 27 Zentimeter großen Roboter AV1, der seit einem Jahr im Kinderkrebs-Zentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) getestet wird.

Schulbehörde unterstützt Roboter-Projekt

Die Testphase, in der drei Modelle des norwegischen Unternehmens "No Isolation" bei mehreren Patienten eingesetzt wurden, soll nun ausgeweitet werden.

Auch ein neuer Kooperationspartner konnte für das Projekt gewonnen werden: Zukünftig unterstützt das Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) der Hamburger Schulbehörde das Schulprojekt "Karlsson" finanziell, sodass mehr erkrankte Kinder das Angebot nutzen und mit einem Roboter ihre sozialen Kontakte pflegen können.

Der AV1 ist mit einer Kamera, einem Lautsprecher und einem Mikrofon ausgestattet, wird im Klassenzimmer aufgestellt und von dem Kind im UKE mit einem Smartphone oder Tablet gesteuert. Die Batterie reicht für sechs bis acht Stunden Videoübertragung – zwischendurch kann sie ganz einfach an einer Steckdose aufgeladen werden.

Auch die Berliner Charité und die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft testen die kleinen Roboter. Letztere wird dabei von der Techniker Krankenkasse unterstützt.

„Gerade weil es erkrankten Schülerinnen und Schülern so hilft, im Kontakt mit ihrer Klasse zu bleiben, freue ich mich, dass wir den Einsatz der Avatare in Schleswig-Holstein testen können“, begrüßte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) den Start der Testphase im vergangenen Jahr.

Erste Tests mit Computern vor fünf Jahren

Bereits 2015 gab es ein ähnliches Projekt am UKE: Damals wurden in der Kinderklinik Computer eingesetzt, die den Patienten ermöglichten, mit Bild und Ton am Schulunterricht teilzunehmen. Dabei arbeitete das UKE mit der Stadt Hamburg und dem US-Telekommunikationsunternehmen Cisco zusammen.