Verkehrssicherheit

CDU will Verkehrskontrollen vor Schulen massiv erhöhen

CDU-Verkehrsexperte Dennis Thering ist stellvertretender Vorsitzender der Bürgerschaftsfraktion. Er fordert mehr Verkehrssicherheit für Kinder.

CDU-Verkehrsexperte Dennis Thering ist stellvertretender Vorsitzender der Bürgerschaftsfraktion. Er fordert mehr Verkehrssicherheit für Kinder.

Foto: Michael Rauhe

Die Zahl der verunglückten Kinder stieg in fünf Bezirken. Nun stellt die CDU im neuen Bürgerschaftsantrag diese Forderungen.

Hamburg.  Die CDU-Opposition will die Verkehrssicherheit für Kinder besonders vor Schulen und Kitas erhöhen und die Verkehrserziehung ausbauen. So fordert die Union in einem Antrag, der am Mittwoch in die Bürgerschaft eingebracht wird, die Zahl der Verkehrslehrer der Polizei um 19 auf dann 90 Stellen aufzustocken. Außerdem sollen derzeit nicht besetzte „schnellstmöglich“ besetzt werden.

„Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern ist weiterhin erschreckend hoch. Kinder gehören zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern, und deshalb muss auf dem Schutz der Kinder und der Unfallprävention in Kindergärten und Schulen eines der Hauptaugenmerke liegen“, sagt Dennis Thering, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion und verkehrspolitischer Sprecher. Mit der Erhöhung der Zahl der Polizeiverkehrslehrer um knapp 30 Prozent sei es möglich, jedem Kindergarten- und Schulkind eine regelmäßige Verkehrserziehung zugute kommen zu lassen.

Hamburg: In fünf Bezirken stieg die Zahl der verunglückten Kinder

Nachdem die Zahl der bei Verkehrsunfällen verunglückten Kinder seit 2011 rückläufig war, wurde zuletzt wieder ein Anstieg registriert. Insgesamt kamen 640 Jungen und Mädchen im Jahr 2018 im Straßenverkehr zu Schaden. Das ist ein Anstieg um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr, als 582 verunglückte Kinder registriert wurden. Ein Kind wurde 2018 bei einem Verkehrsunfall getötet, im Jahr zuvor wurde kein Todesfall verzeichnet. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit der Beteiligung von Kindern ist im gleichen Zeitraum gestiegen: von 567 um 4,2 Prozent auf 591 Unfälle.

Während die Zahl der verunglückten Kinder in Hamburg-Mitte und Eimsbüttel rückläufig war, wiesen die anderen fünf Bezirke einen Anstieg aus – am stärksten war er in Harburg mit rund 30 Prozent. Der Gesamtanstieg ist darauf zurückzuführen, dass es mehr leicht verletzte Kinder gab, während die Zahl schwer verletzter Jungen und Mädchen sank. Zum Vergleich: Die Zahl bei Unfällen verletzter Frauen und Männer im Alter von 65 Jahren an stieg dagegen nur geringfügig um 2,6 Prozent auf 1010.

Angesichts der negativen Tendenz bei Verkehrsunfällen mit Kindern sei es „mit dem gesunden Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar, dass … die Zahl der Verkehrslehrerstellen bei der Polizei Hamburg seit Beginn der Wahlperiode nicht erhöht wurde“, heißt es in dem CDU-Antrag.

Ausweitung von Verkehrskontrollen vor Kindergärten und Schulen nötig

„Die Verkehrskontrollen vor Kindergärten und Schulen müssen massiv ausgeweitet werden und neue Dialogdisplays, die auf die gefahrene Geschwindigkeit vor Kindergärten und Schulen hinweisen, eingeführt werden“, sagt Thering. Laut der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage des CDU-Politikers wurde die Geschwindigkeit von Autos vor schützenswerten Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Pflegeheimen und Krankenhäusern sowie an Unfallschwerpunkten 2019 in 15.802 „Messstunden“ regis­triert. Davon entfielen auf Schulen nur 411 Stunden und auf Kitas 1123 Stunden.

In dem CDU-Antrag wird nun zunächst eine Ausweitung der mobilen Geschwindigkeitsüberwachung auf 50.000 „Messstunden“ pro Jahr gefordert. Bis 2025 soll diese Zahl nach dem Willen der CDU dann auf 100.000 „Messstunden“ pro Jahr gesteigert werden.

Bislang gibt es am Straßenrand knapp 30 sogenannte Dialogdisplays, die Autofahrern ihre Geschwindigkeit anzeigen. Nur rund fünf dieser Tafeln stehen vor Kitas oder Schulen. Die CDU fordert in ihrem Antrag, dass mindestens 20 neue Dialogdisplays an Straßen mit Kitas und Schulen bis Ende des Jahres errichtet werden. „Durch dieses Maßnahmenpaket wird der Straßenverkehr für unsere Kleinsten deutlich sicherer“, sagt der CDU-Fraktionsvize.