Hamburg

Orkan entwurzelt Kastanie in Blankenese: Haus beschädigt

Sturmtief "Sabine" entwurzelte einen Baum in Blankenese. Die Kastanie stürzte auf ein Haus.

Sturmtief "Sabine" entwurzelte einen Baum in Blankenese. Die Kastanie stürzte auf ein Haus.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Im Hamburger Treppenviertel "rumste und bebte" es, als der Baum umstürzte. Jetzt ist unklar, ob das Haus gerettet werden kann.

Hamburg. Welch gewaltige Kräfte das Sturmtief Sabine entfesselte, lässt sich im Treppenviertel erahnen. Als der Orkan am Sonntagabend mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h über Hamburg hinwegfegte, entwurzelte er an der Blankeneser Hauptstraße eine alte, mächtige Kastanie. Der Baum stürzte in das Obergeschoss eines Einfamilienhauses, beschädigte einen Audi A6, streifte noch die Hecke eines angrenzenden Grundstücks und durchschlug mehrere Dachpfannen eines Nachbarhauses.

In dem Einfamilienhaus klafft jetzt ein riesiges Loch. Zwei Wände und das Dach sind eingestürzt, Teile des Mauerwerks zerstört, Risse ziehen sich durch die Fassade. Ob das schmucke Haus gerettet werden kann, ist unklar. Ein finales Gutachten des Statikers steht noch aus. „Es ist wohl schlimmer als zunächst angenommen“, sagt die Eigentümerin. Mit ihrem Mann saß sie im Erdgeschoss, als die Kastanie ins frisch renovierte Obergeschoss krachte. „Erst rumste es, dann bebte es“, erinnert sie sich. Das Paar kam mit dem Schrecken davon.

Sturmtief „Sabine“: Baum stürzt im Treppenviertel in Haus

Am Montagmorgen zerlegen Arbeiter eines Gartenbaubetriebs die Kastanie mit einer Motorsäge in ihre Einzelteile. Auf dem Weg in den Süden dreht das Sturmtief „Sabine“ noch einmal richtig auf. Erst Regen, dann Hagel, dann wieder Regen – alles andere als ideale Arbeitsbedingungen. Während die Baumsegmente mit einem Kran auf einen Laster gehievt werden, steht ein älterer Herr auf der Straße und schießt mit dem Handy Fotos. „Schade um das schöne Haus“, sagt er. Jahrzehntelang beherbergte das Gebäude die urige Kneipe „Zum Pfahlewer“, bevor es 2003 zum Wohnhaus umgebaut wurde. Jetzt ist unklar, ob es überhaupt eine Zukunft hat.

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Wie Anwohner berichten, habe der Brandkrustenpilz die Kastanie seit einiger Zeit geschwächt. Mehrere Fällanträge seien abgelehnt worden. Auf Anfrage teilte ein Sprecher des Bezirksamts Altona mit, der Baum sei im Januar einer Sichtprüfung unterzogen worden. „Es ließen sich keine hinreichenden Sachverhalte erkennen, die eine unmittelbare Fällung vertretbar begründet hätten. Es wurde stattdessen vor dem Hintergrund der besonderen Erhaltungswürdigkeit des Baumes eine baumgutachterliche Untersuchung als zumutbar erachtet“, so der Sprecher. „Von einer akuten Gefährdungslage war nicht auszugehen.“