Kramp-Karrenbauer

CDU Hamburg befürchtet "Hauen und Stechen" nach AKK-Rückzug

CDU-Spitzenkandidat  Marcus Weinberg CDU-Fraktionschef André Trepoll  haben siich zum Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer als Parteivorsitzende und ihrem Verzicht auf die Kanzlerkandidatur geäußert.

CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg CDU-Fraktionschef André Trepoll haben siich zum Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer als Parteivorsitzende und ihrem Verzicht auf die Kanzlerkandidatur geäußert.

Foto: Roland Magunia

CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg spricht vom "Ende der Hängepartie", Fraktionschef André Trepoll von "herausfordernder Situation".

Hamburg. Die Hamburger CDU hat während des Bürgerschaftswahlkampfs eigentlich schon genug schlechte Nachrichten aus Berlin verkraften müssen. Jetzt kommt auch noch die offene Machtfrage an der CDU-Spitze nach dem überraschenden Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer als Parteivorsitzende und ihrem Verzicht auf die Kanzlerkandidatur hinzu.

„Das ist eine Zäsur, aber auch das Ende einer Hängepartie“, sagte Marcus Weinberg, CDU-Spitzenkandidat bei der Bürgerschaftswahl am 23. Februar. „AKK hat Verantwortung in einer schwierigen Phase übernommen. Das verdient Anerkennung. Und ihre jetzige Entscheidung verdient Respekt“, so Weinberg. „Jetzt wäre es klug, wenn sich alle am Wohl der Partei ausrichteten. Ich habe keine Lust mehr auf die nächste Runde der Spekulation darüber, wer Kanzlerkandidat wird.“

Ob die Berliner Ereignisse Auswirkungen auf die Wahlchancen der CDU in Hamburg hätten, lasse sich noch nicht übersehen. „Die Thüringer Ereignisse waren jedenfalls desaströs wie das ganze Management danach“, sagte Weinberg mit Blick auf die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten mit den Stimmen von CDU und AfD.

"Absoluter Hammer für die gesamte Politik"

Von einem „absoluten Hammer, nicht nur für die CDU, sondern für die gesamte Politik in Deutschland“ sprach CDU-Bürgerschaftsfraktionschef André Trepoll. „Das ist eine herausfordernde Situation“, sagte Trepoll mit Blick auf den Bürgerschaftswahlkampf. „Ich finde es schade, aber die Entscheidung von AKK hat eine Logik“, sagte der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Unions-Landesvorsitzende Rüdiger Kruse. Kramp-Karrenbauer habe sich an der CDU-Spitze „einsam fühlen dürfen und können“. Jetzt würden sich einige in der CDU die Karten legen. „Das kann in ein Hauen und Stechen ausarten“, sagte Kruse.

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„Der Verzicht auf Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz ist einer bemerkenswerten Selbsterkenntnis geschuldet, die nur wenige Spitzenpolitiker haben. Es gab keine realistische Chance mehr auf einen Turnaround für sie. Dies zu erkennen und dann zum Wohle der CDU den Weg frei zu machen, ist sehr beachtlich“, schrieb der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph de Vries auf Facebook. Es sei Kramp-Karrenbauer nicht gelungen, die unterschiedlichen Strömungen in der Partei zu integrieren. „Bei allen Fehlern, die gemacht wurden, liegen die Ursachen mit Sicherheit nicht bei ihr“, nahm de Vries Kramp-Karrenbauer ein Stück weit in Schutz.

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