Hamburg

CDU warnt: Metropolregion Hamburg wird abgehängt

André Trepoll, CDU-Bürgerschaftsfraktionschef, nannte die OECD-Zahlen dramatisch.

André Trepoll, CDU-Bürgerschaftsfraktionschef, nannte die OECD-Zahlen dramatisch.

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Unions-Fraktionschefs der norddeutschen Länder wollen Zusammenarbeit verbessern. Bundesweit schwächstes Wirtschaftswachstum.

Hamburg.  Die Vorsitzenden der CDU-Landtags- und Bürgerschaftsfraktionen des Nordens wollen die Zusammenarbeit der Länder in der Metropolregion Hamburg intensivieren. „Insbesondere die internationale Präsenz und Wettbewerbsfähigkeit Norddeutschlands müssen gestärkt werden“, heißt es in der Hamburger Erklärung, die die Unions-Fraktionschefs aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern sowie Bremen und Hamburg im Rathaus beschlossen haben.

Ein Beispiel könne die Metropolregion Rotterdam-Den Haag sein, „wo eine regionale Entwicklungsgesellschaft über ein Investitionskapital von 140 Millionen Euro verfügt und Unternehmen bei der Standortwahl unterstützt sowie in Unternehmen mit Potenzial investiert“. Die CDU-Fraktionschefs schlagen die Einrichtung einer norddeutschen Investitionsagentur als „Modell für die Zukunft“ vor. Außerdem fordern die CDU-Politiker eine gemeinsame Raumplanung und einen abgestimmten Flächennutzungsplan.

Schwächstes Wirtschaftswachstum deutschlandweit

Eine Studie der OECD hatte der Metropolregion Hamburg im vergangenen Jahr attestiert, beim Wachstum des Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukts im Zeitraum von 2005 bis 2015 „hinter allen anderen deutschen Metropolregionen – vor allem den süddeutschen – zurückgefallen“ zu sein. Die Metropolregion Hamburg hat laut OECD-Studie das schwächste Wirtschaftswachstum aller deutschen Regionen zwischen 2005 und 2015 erlebt. „Häufig ist die Metropolregion zu sehr mit dem Wettbewerb auf lokaler Ebene innerhalb der Region beschäftigt, um sich der globalen Konkurrenz zu stellen“, lautete die OECD-Begründung.

Zusammenarbeit bei Klima, Umwelt, Mobilität oder Wissenschaft

André Trepoll, CDU-Bürgerschaftsfraktionschef, nannte die OECD-Zahlen dramatisch. „Wir brauchen endlich wieder neuen Schwung für die norddeutsche Zusammenarbeit. Die Metropolregion muss das Kraftzentrum Norddeutschlands werden“, sagte Trepoll. Deswegen sei die engere Kooperation bei Klima und Umwelt, Mobilität und Wissenschaft, Wohnen und Wirtschaft wichtig. „Ein rot-grüner Senat, der sich für den Nabel der Welt hält, ist da wenig hilfreich“, so Trepoll.

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„Wir werden von anderen großen Regionen in Deutschland und Nordeuropa als Wirtschafts-, Industrie- und Wissenschaftsstandort von Jahr zu Jahr weiter abgehängt“, sagte Marcus Weinberg, CDU-Spitzenkandidat bei der Bürgerschaftswahl am 23. Februar. Hamburg verliere den Anschluss an die Rhein-Main-Metropole oder Kopenhagen-Malmö. „Unser Denken und Handeln darf nicht an den Grenzen Hamburgs aufhören. Nur gemeinsam können wir gegenüber anderen Regionen in Deutschland, aber auch im skandinavischen Raum konkurrenzfähig bleiben,“