Hamburg

Senat schützt den Wohldorfer Wald – Wohnungsbau vom Tisch

Sonne erhellt den Wohldorfer Wald im August 2019.

Sonne erhellt den Wohldorfer Wald im August 2019.

Foto: Thorsten Ahlf

Nach gut 30 Jahren Streit hat der Senat ein Einsehen und übergibt die potenzielle Wohnungsbaufläche der Umweltbehörde.

Hamburg.  Die Spitzen der rot-grünen Koalition im Hamburger Rathaus haben sich darauf geeinigt, die Flächen nördlich und südlich der Hoisbütteler Straße bis zum Wohldorfer Wald perspektivisch unter Naturschutz zu stellen. Der Grünen-Umweltsenator Jens Kerstan erklärte, dass die Bebauung vom Tisch sei und praktisch das gesamte, rund 52 Hektar große Gebiet des Bebauungsplanes Wohldorf-Ohlstedt 13 ökologisch aufgewertet wird.

Die Fläche sei aus dem Vermögen der Finanzbehörde in das Sondervermögen Naturschutz und Landschaftspflege übertragen worden. Damit ist der Verwertungsdruck von ihr genommen.

Nach 30 Jahren Streit kehrt Ruhe ein

„Jetzt endet mein gut 30-jähriger Kampf für die Natur in Ohlstedt versöhnlich“, sagte die scheidende Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete Christiane Blömeke. „Natur und Naturschutz haben gewonnen. Eine Bebauung auf den Grünflächen, wie sie im Laufe der 30 Jahre immer wieder angedacht war, hätte dem direkt angrenzenden wertvollem Wohldorfer Wald große Schäden zugefügt. Zwar können wir die Fläche noch nicht sofort in ein Naturschutzgebiet umwandeln, aber mit ihrer Übertragung in das Sondervermögen Naturschutz ist die Grundlage für die Aufwertung der Fläche gelegt. Am Ende des Prozesses steht der Naturschutz oder der Biotopverbund.“

Von 415 Wohnungen auf null

Bis zu 415 Wohnungen sollten in immer wieder wechselnden Konstellationen gebaut werden, und die Naturschützer fürchteten, das würde dem Wald buchstäblich das Wasser abgraben.

„Seit Beginn meiner politischen Karriere habe ich mich für die Nichtbebauung dieser Flächen eingesetzt“, sagte Blömeke. Zum Ende meiner Laufbahn dieses Ziel erreicht zu haben, erfüllt mich mit Zufriedenheit und auch mit etwas Stolz. Es zeigt: Beharrlichkeit kann etwas bewegen.“ Blömeke tritt zur Bürgerschaftswahl im Februar nicht mehr an.

1990 verlor die Stadt zum ersten Mal

1990 war der erste Bebauungsplan der Stadt vor Gericht kassiert worden, die Auseinandersetzungen zogen sich nach diversen „Moratorien“ bis in die laufende Legislatur. Im vergangenen Jahr verlor die Stadt vor dem Oberverwaltungsgericht mit einer auf unter 200 Wohnungen abgespeckten Planungsvariante ein weiteres Mal und hisste die weiße Fahne.

Jetzt soll auch mit den Landwirten gesprochen und geklärt werden, wie eine ökologisch höherwertige Nutzung der Flächen bewerkstelligt werden kann. Neuverpachtungen an Landwirte wird es nicht mehr geben.

Bürger nutzten den nahenden Wahltermin

Die Bürgerinitiativen Forum Ohlstedt und Wohldorfer Wald Hilfsfonds hatten Naturschutz für die Flächen und eine Verständigung noch vor der Wahl gefordert.

Der CDU-Abgeordnete für das Alstertal und die Walddörfer, Dennis Thering, begrüßte die Entscheidung für die Natur.