Hamburg

UKE will seine Geburtshilfe deutlich vergrößern

Prof. Dr. Burkhard Göke, Ärztlicher Direktor und Vorstandschef des UKE.

Prof. Dr. Burkhard Göke, Ärztlicher Direktor und Vorstandschef des UKE.

Foto: Thorsten Ahlf

Die Uni-Klinik reagiert damit auf Engpässe. UKE-Chef Burkhard Göke fordert Unterstützung des Senats: „Butter bei die Fische.“

Hamburg. Das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) will seine Geburtshilfe vergrößern: Das sogenannte Perinatalzentrum, in dem Früh- und Neugeborene versorgt werden, soll nach Informationen des Hamburger Abendblatts „mittelfristig deutlich erweitert werden“ – und zwar auf der Fläche der heutigen Martini-Klinik und damit in der Nähe des Kinder-UKE.

Das UKE reagiert damit sowohl auf steigende Geburtenzahlen in Hamburg als auch auf die Tatsache, dass sich die Uniklinik zuletzt häufiger als andere Krankenhäuser von der Notfallversorgung abmelden musste. Soll heißen: Dann dürfen Frauen, denen eine Frühgeburt droht, die Klinik nicht anfahren.

UKE reagiert auf Engpass in Neugeborenenmedizin

„Zwei Drittel der Abmeldungen werden durch einen Engpass der Neonatologie (Neugeborenenmedizin) verursacht. Darauf müssen wir reagieren“, sagt UKE-Chef Burkhard Göke. Als Sofortmaßnahmen sollen neun Betten der "Neonormalstation" so aufgerüstet werden, dass dort auch kleine Patienten untergebracht werden können, die eine sogenannte Atemunterstützung benötigen.

Dadurch soll die "Neointensivstation" entlastet werden, in der es bisher 15 Betten gibt. Es seien vor allem „hochkomplexe Fälle“, die lange Liegezeiten benötigen, und deshalb das UKE an die Grenzen seiner Kapazitäten bringen würden, so Göke.

Er will am UKE einen „Paradigmenwechsel“ vollziehen und die „akademische Universitätsmedizin“ weiter für die Versorgung von Patienten aus Hamburg und dem Umland öffnen: „Dafür braucht es aber Geld und die Unterstützung des Senats“, sagt Göke und fordert „Butter bei die Fische“. Verbesserungen in der Geburtsmedizin seien dabei ein Schwerpunkt.

Im vergangenen Jahr lag das UKE (3324) bei der Zahl der Geburten in Hamburg hinter dem Katholischen Marienkrankenhaus (3769) und der Asklepios Klinik Altona (3655) auf Platz drei.