Hamburg

Marion Fedder stellt Briefkasten vor Grab ihres Mannes auf

Fans können ihrem Idol jetzt Briefe schreiben: Dieser Briefkasten steht seit Freitagnachmittag vor dem Grab von Jan Fedder.

Fans können ihrem Idol jetzt Briefe schreiben: Dieser Briefkasten steht seit Freitagnachmittag vor dem Grab von Jan Fedder.

Foto: HA

Sie hatte das Modell im Internet bestellt. Fans des Schauspielers können sich jetzt per Post von dem Verstorbenen verabschieden.

Hamburg. Die vielen trauernden Fans des Hamburger Volksschauspielers können sich jetzt noch einmal ganz persönlich von Jan Fedder verabschieden. Denn vor dem Grab des "Großstadtrevier"-Kommissars auf dem Ohlsdorfer Friedhof steht jetzt ein eigener Briefkasten.

Laut Lutz Rehkopf, Sprecher der Hamburger Friedhöfe, handelt es sich um einen Briefkasten in Schmiedeeisenoptik. Marion Fedder habe sich den Briefkasten im Internet ausgesucht, um Fans eine Möglichkeit zu geben, sich von Jan Fedder zu verabschieden, so Ralph Lindenau vom Bestattungsunternehmen Klotz.

Wer Fedder noch einmal "Tschüss" sagen möchte, kann das auch auf dem Postweg tun. Die Adresse lautet Jan Fedder, Friedhof Ohlsdorf, Fuhlsbüttler Straße 756, 22337 Hamburg. "Wir werden dann wahrscheinlich einmal am Tag vorbeigehen und die eingetroffene Post einwerfen", sagte ein Friedhofssprecher dazu.

Marion Fedder leert den Briefkasten regelmäßig

Am vergangenen Freitagnachmittag haben Lindenau und ein Steinmetz den Briefkasten aufgestellt. Frau Fedder und ein weiteres Familienmitglied besäßen jeweils einen Schlüssel zum Briefkasten und würden diesen regelmäßig leeren und die Briefe der Fans lesen.

Hunderte Fans waren nach der Beisetzung des am 30. Dezember verstorbenen Schauspielers täglich zum Friedhof gepilgert. Dabei waren sie zuletzt so zahlreich, dass sie die umliegende Rasenfläche und Blumen zertrampelten. Mitarbeiter des Ohlsdorfer Friedhofes hatten das Grab daher mit einer Eisenkette versperrt.

Eisentor mit Rosenbogen schützt Jan Fedders Grab

Diese sei laut Rehkopf nun entfernt worden und am Sonnabend durch ein Eisentor mit Rosenbogen und Vorhängeschloss ersetzt worden. Bestatter Lindenau bestätigte dies: "Die Eisenkette sah nicht schön aus. Im Frühjahr sollen zusätzlich auch noch Rosen angepflanzt werden."

Ein Schild vor dem Grab erklärt den Fans, warum sie nicht mehr direkt an das Grab treten sollten. Auf dem Schild steht zudem: „Ich schlafe. Bitte nicht stören. Legt Eure Blumen und Kerzen bitte vorne ab. Der Raum vorm Denkmal gehört nur mir (...) nicht betreten!!! Danke! Euer Jan.“

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Jan Fedder: Verschiedene Trauerstätten für Fans

Vor dem Tor können Fans noch immer Blumen ablegen und sich nun dank des Briefkastens auch in aller Ruhe individuell und schriftlich von ihrem Idol verabschieden.

Nicht nur der Ohlsdorfer Friedhof ist Pilgerstätte für alle Trauernden. Auch vor der alten TV-Wache und der Wohnung des Schauspielers haben Fans zahlreiche Blumen, Botschaften und Basteleien abgelegt.

Das war Jan Fedder:

  • Jan Fedder wurde am 14. Januar 1955 in Hamburg geboren
  • Seinem Vater Adolf Fedder gehörte die Hafenkneipe "Zur Überseebrücke", seine Mutter Gisela war Tänzerin
  • Erste Erfahrungen im Rampenlicht machte Jan Fedder im Alter von sieben Jahren als Knabensopran im Michel
  • Als 13-Jähriger hatte Jan Fedder seinen ersten Auftritt auf der Bühne und vor der Kamera
  • Seinen Durchbruch als Schauspieler erlangte er im Kinohit "Das Boot" (1981) als Bootsmann Pilgrim
  • In der ARD-Serie "Großstadtrevier" spielte Jan Fedder von 1992 bis 2019 den Polizeioberkommissar Dirk Matthies
  • Beliebtheit erreichte Jan Fedder auch als Kurt Brakelmann in der NDR-Serie "Neues aus Büttenwarder"
  • Jan Fedder trug zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Titel "Ehrenkommissar der Hamburger Polizei"
  • Am 15. Juli 2000 heiratete Jan Fedder in der Hauptkirche St. Michaelis Marion Kurth
  • Am 30. Dezember 2019 erlag Jan Fedder in seiner Wohnung auf St. Pauli einem langjährigen Krebsleiden