Hamburg

Brisanter Termin: Fridays for Future ruft zu Großdemo auf

Bei der ersten Fridays-for-Future-Großdemonstration waren in Hamburg im September 2019 bis zu 100.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Bei der ersten Fridays-for-Future-Großdemonstration waren in Hamburg im September 2019 bis zu 100.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Foto: citynewstv / picture alliance/dpa

Zum dritten Mal sollen in Hamburg Zehntausende für den Klimaschutz auf die Straße gehen. Die Bewegung hat zwei konkrete Forderungen.

Hamburg. Der Termin könnte prominenter kaum sein: Zwei Tage vor der Bürgerschaftswahl 2020 will die Bewegung Fridays for Future von Hamburg aus ein Signal für den Klimaschutz aussenden. Für Freitag, den 21. Februar (14 Uhr) hat ein Bündnis von mehr als 20 Organisationen zu einer Großdemonstration auf dem Heiligengeistfeld aufgerufen.

Unter dem Motto "Hamburg wählt Klima" sollen wieder Zehntausende auf die Straße gehen, "um so ein starkes Zeichen vor der einzigen Wahl auf Landesebene im Jahr 2020 zu setzen", wie es in dem Aufruf heißt. Dem Bündnis gehören unter anderem die Umweltverbände BUND, Greenpeace und Nabu, die Gewerkschaften Ver.di und GEW, die Nordkirche und die Stiftung Zukunftsrat Hamburg an.

Fridays for Future hat zwei Forderungen an Senat

"Die neu gewählte Bürgerschaft muss eine gerechte Verkehrswende und einen konsequenten Kohleausstieg umsetzen – das hat der bisherige Senat auf unser aller Kosten versäumt", sagt Jasko Hennig, Sprecher von Fridays for Future Hamburg. An den nächsten Senat hat das Bündnis "parteiunabhängig" zwei konkrete Forderungen.

So soll Hamburg bis 2035 klimaneutral werden. Zudem soll der von der rot-grünen Regierung erarbeitete Klimaplan überarbeitet werden. Die darin formulierten Ziele und Maßnahmen seien "unvereinbar mit dem völkerrechtlich verbindlichen Pariser Klimaschutzabkommen" und passten nicht zum für Hamburg verbleibenden CO2-Budget. Hamburg brauche "einen engagierten und visionären Senat, der unsere Zukunft ernst nimmt", sagt Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer.

Infos rund um Fridays for Future:

  • Fridays for Future (Kurzform FFF) ist eine globale Bewegung, die von Schülern und Studenten initiiert wird, die sich für einen schnelleren und effizienteren Klimaschutz einsetzen.
  • Die Gründerin der Bewegung ist Greta Thunberg. Sie rief Fridays for Future im August 2018 ins Leben.
  • Jeden Freitag bestreiken Schüler auf der ganzen Welt den Schulunterricht und gehen für ein besseres Klima auf die Straße.
  • In Hamburg ist Luisa Neubauer das Gesicht von Fridays for Future.

Erst am Mittwoch hatte die Bürgerschaft beschlossen, den Klimaschutz in die Verfassung aufzunehmen. Vor der Debatte hatten Aktivisten der Bewegung Extinction Rebellion öffentlichkeitswirksam auf Spruchbändern ihren Forderungen Ausdruck verliehen.

Hamburg: Großdemo, Stadtderby und Wahl an einem Wochenende

Für die Großdemonstration am 21. Februar will das Bündnis "Hamburg wählt Klima" auch an diesem Freitag (31. Januar, 13 Uhr) bei einem Protestzug in der Innenstadt werben. Er führt vom Speersort (Domplatz) über Steinstraße und Altmannbrücke um den ZOB herum zum St. Georgs Kirchhof.

Bei der bisher größten Fridays-for-Future-Demonstration in Hamburg waren am 20. September nach Polizeiangaben 70.000 Menschen in die Innenstadt gekommen, die Veranstalter sprachen sogar von 100.000 Teilnehmern.

Am zweiten Klimastreik am 29. November nahmen 30.000 bis 50.000 Menschen teil. Für die Polizei wird die Demonstration nicht der einzige Großeinsatz des Wahlwochenendes bleiben. Am Sonnabend, den 22. Februar treffen im Lokalderby der 2. Fußball-Bundesliga die Stadtrivalen HSV und FC St. Pauli aufeinander.