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So läuft der Umbau des Tennisstadions am Rothenbaum

Freuen sich auf die neue Anlage (v. l.): Turnierdirektorin Sandra Reichel, DTB-Verwaltungschef Erik Krzemien, Architektin Marlene Wetzel.

Freuen sich auf die neue Anlage (v. l.): Turnierdirektorin Sandra Reichel, DTB-Verwaltungschef Erik Krzemien, Architektin Marlene Wetzel.

Foto: Marcelo Hernandez

Im Juni soll die Modernisierung abgeschlossen sein. Derzeit werden die Sitze auf den Tribünen abmontiert.

Hamburg.  Ein Radlader hat gerade die letzte Fuhre Ziegelmehl auf den Center Court geschüttet, drei Arbeiter verteilen sie mit Holzrechen gleichmäßig in der Ecke des Platzes. „Jetzt brauchen wir nur noch ein bisschen Frost, damit der Belag gut durchhärtet“, sagt Erik Krzemien, der Verwaltungschef des Deutschen Tennis Bundes (DTB).

Der Umbau des Tennisstadions am Rothenbaum ist in vollem Gang. Der rote Sandplatz wird erstmals seit rund 20 Jahren komplett saniert, dazu gehört die lasergesteuerte Aufbereitung der zwei Zentimeter dicken Lavaschicht unter den 2,5 Zentimetern Ziegelmehl. Die 3000 Quadratmeter große Dachfolie wurde mit dazugehörender Technik schon Mitte vergangenen Jahres ausgetauscht, im Dezember dann auch der äußere, ähnlich verschmutzte Ring. „Die wichtigsten Arbeiten sind damit fast abgeschlossen, wir sind voll im Zeitplan“, sagt Innenarchitektin Marlene Wetzel von Alexander Ottos ECE Projektmanagement GmbH (Einkaufszentren).

Sportmäzen Otto hat acht Millionen Euro gespendet

Sportmäzen Otto hat acht Millionen Euro für die Modernisierung der traditionsreichen, aber zum Teil maroden Sportstätte im Herzen Hamburgs gespendet, weitere zwei Millionen gibt die Stadt dazu. Auch der ansässige Tennis- und Hockeyverein Club an der Alster investiert in seine (Außen-)Anlagen. Anfang Juni soll alles fertig sein. Vom 11. bis 19. Juli wird am Rothenbaum wieder zum Herrentennisturnier aufgeschlagen, vom 25. bis 30. August tragen hier die weltbesten Beachvolleyballer ihr Saisonfinale aus, zweieinhalb Wochen nach Olympia.

Bis auf die Gestaltung des interaktiven „Walk of Champions“ unter der Haupttribüne, wo bis vor Kurzem die gezeichneten Porträts der Turniersieger bei Herren und Damen seit 1896 hingen, sind alle Bauaufträge vergeben. Die Grafiken liegen jetzt aufeinandergestapelt im Vorraum des Pressezentrums.

Ergonomisch moderne Bestuhlung

Die Kapazität des Center Courts wird von 13.200 auf vorerst 10.000 Zuschauer verkleinert. Alle grünen Sitzschalen werden derzeit herausgerissen und durch eine ergonomisch moderne Bestuhlung ersetzt, die in Anthrazit und Hellgrau gehalten ist. Die frei werdenden Räume werden genutzt, um die Sitzreihen luftiger zu gestalten und im Bereich der VIP- und Business-Plätze breitere Sitzgelegenheiten einbauen zu können.

Etwa 4000 der alten Sitze haben neue Eigentümer gefunden. Die Fußballclubs SC Weiche 08 Flensburg (Regionalliga Nord), SV Lurup, SV Rissen und HEBC sowie die Bundesliga-Baseballer der Hamburg Stealers haben sich in den vergangenen Wochen auf der Anlage bedient, wollen die Möbel in ihren Stadien wieder anschrauben. Sie sind kostenlos zu haben, müssen von den Vereinen aber abmontiert und abtransportiert werden.

Motto des Umbaus: mehr Licht, mehr Farben

Die neue Visitenkarte des Rothenbaums wird der Haupteingang an der Hallerstraße. Die zur Terrorabwehr vorgeschriebenen Betonpoller werden von großen Blumenkübeln ersetzt. Das frei stehende Kassenhäuschen wird in ein Portal integriert, das zwei Kassenplätze bietet. Der Bodenbelag wird – überall auf der Anlage – aufgehellt und neu gepflastert, die Beschilderung zweisprachig in Deutsch und Englisch gehalten, was auf dem ganzen Gelände durchgezogen werden soll. Besonderes Augenmerk liegt auf der Eingangsplaza. Die bestehenden Bäume werden eingefasst, mit Bänken umrahmt. „Damit wollen wir die Aufenthaltsqualität auf der Anlage deutlich erhöhen“, sagt Architektin Wetzel.

Im Stadioninneren sind überall die alten Böden und Einbauten herausgerissen, Kabel hängen in allen Räumen aus den Wänden und von den Decken. Grundsätzlich gilt auch hier, in den Bereichen für Spieler, Schiedsrichter und Funktionäre, das Motto der gesamten Umgestaltung: mehr Licht, mehr Farben. „Alles soll großzügiger, jünger, cooler wirken“, sagt Wetzel.

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