Urteil

Formfehler: Bau der "Neuen Mitte Stellingen" verzögert sich

So sieht der Siegerentwurf  für den Sportplatzring Stellingen aus. Coido Architects Hamburg/Freiraumplanung Breimann und Bruun Hamburg

So sieht der Siegerentwurf für den Sportplatzring Stellingen aus. Coido Architects Hamburg/Freiraumplanung Breimann und Bruun Hamburg

Foto: Coido Architects Hamburg/Freiraumplanung Breimann und Bruun Hamburg

Verwaltungsgericht bemängelt ein Detail im Bebauungsplan. Das bringt den Zeitplan für Eimsbüttels Vorzeigeprojekt durcheinander.

Hamburg. Das ist ein Rückschlag für die Verwaltung im Bezirksamt Eimsbüttel: Wegen eines Formfehlers gerät das Bauprojekt Neue Mitte Stellingen/Sportplatzring ins Stocken. Nach Abendblatt-Informationen verzögert sich der Baubeginn um mindestens ein halbes Jahr.

Mit dem neuen Quartier sollen auf dem ehemaligen Sportplatz des TSV Stellingen zwischen Basselweg, Sportplatzring und Stellinger Steindamm 650 neue Wohnungen entstehen, außerdem Läden sowie soziale und stadtteilbezogene Einrichtungen. In diesem Jahr sollte es losgehen. Aber eine Klage des TSV Stellingen bringt die Pläne jetzt durcheinander.

Bei der Klage ging es nach Abendblatt-Informationen zwar um das kleine Vereinshaus und nicht um das Projekt als solches. Doch das zuständige Verwaltungsgericht hatte den Bebauungsplan insgesamt unter die Lupe genommen und ist dabei auf einen Formfehler gestoßen. Da dort sehr dicht gebaut werden soll, müsse das besonders begründet werden.

Baugenehmigungen können nicht erteilt werden

In dem mehr als 14-seitigen Urteil des Verwaltungsgerichtes heißt es unter anderem: "Die im Bebauungsplan Stellingen 62 festgesetzten Größen der Geschossflächen (...) überschreiten die für Mischgebiete festgelegten Obergrenzen. Die Überschreitung dieser bindenden Grenzen führt zur Unwirksamkeit der Festsetzungen (...)."

Bedeutet: Der Bebauungsplan verliert seine Gültigkeit. Entsprechend können aufgrund dieses B-Planes keine Baugenehmigungen mehr erteilt werden.

Das könnte Sie auch noch interessieren:

Aus dem Bezirksamt Eimsbüttel heißt es, dass trotz der Entscheidung des Gerichts das städtebauliche Gesamtkonzept sowie die Umsetzung der Bebauung nicht in Frage stünden. Behördenleiter Kay Gätgens sagt: „Die Verwaltung wird den Bebauungsplan entsprechend ändern, sodass Baugenehmigungen voraussichtlich Ende 2020 erteilt werden können.“ Die bereits im Bau befindlichen Wohnungen am Stellinger Steindamm seien von den Verzögerungen nicht betroffen.

Der Geschäftsführer des TSV Stellingen wollte sich zum dem Urteil auf Anfrage nicht äußern.