Wandsbek

S-Bahn-Ausbau: Anwohner wollen keine Güterzüge

Protest gegen den Ausbau der Bahnstrecke (Archivbild).

Protest gegen den Ausbau der Bahnstrecke (Archivbild).

Foto: Edgar Hasse / HA

Für die künftige Verbindung nach Bad Oldesloe werden zwei neue Gleise verlegt. Bauarbeiten könnten im Frühjahr 2021 starten.

Hamburg.  Mehr Güterzüge, die auch nachts durch Wandsbek donnern: Das will der Verein für Lärm- und Umweltschutz in Wandsbek-Marienthal verhindern. Hintergrund der Sorgen sind die Pläne für die künftige S-Bahn-Linie 4 nach Bad Oldesloe. Für sie werden zwei neue Gleise verlegt, sodass Schienen für den Güter- und Fernverkehr frei werden. Auf diesen sollen dann dreimal so viele Güterzüge durch Wandsbek fahren wie bisher. „Wir sind für den Bau der S 4, aber gegen die Steigerung des Güterverkehrs“, sagt Arnold Harmsen, der Sprecher der Lärmschutz-Initiative.

Bei einer Fragerunde im Gemeindesaal der Christuskirche legten Politiker der großen Parteien – nur die AfD war nicht eingeladen, weil die Veranstalter politischen Streit auf dem Podium befürchteten – gestern Abend den 160 Zuhörern ihre Haltung dar. Um den Lärm einzudämmen, will die Bahn sechs Meter hohe Schutzwände errichten. Die Anwohner finden jedoch, diese würden das Stadtbild stören. Viele machten ihrem Unmut über das Projekt Luft. „Wir haben ein Recht auf Schlaf!“, rief ein Zuhörer.

SPD hat Verständnis für die Bedenken

Ole Thorben Buschhüter (SPD) sagte, er verstehe die Bedenken: „Ich finde die Lärmschutzwände optisch ganz furchtbar. Aber als Gesundheitsschutz sind sie nicht verhandelbar.“ Natalie Hochheim (CDU) und Dennis Paustian (Grüne) dagegen könnten sich andere Lärmschutzwände als Kompromiss vorstellen. Als Einziger sprach sich Jan Rübke (Linke) für ein Tempolimit für Güterzüge aus. Für eine alternative Güter-Trassenführung an der A 1, wie sie die Initiative fordert, war kein Politiker.

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Die Bauarbeiten könnten im Frühjahr 2021 starten. Sobald der Planfeststellungsbeschluss vorliegt, will der Lärmschutz-Verein gegen ihn klagen. Die Initiative hofft, auf diese Weise das Projekt um mindestens drei Jahre aufhalten zu können – oder es sogar komplett zu stoppen.