Inklusion

CDU will die Lehrer in Hamburg entlasten

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Unterrichtet an einer Hamburger Schule (Symbolbild).

Unterrichtet an einer Hamburger Schule (Symbolbild).

Foto: Roland Magunia / HA

Bis zu zwei Unterrichtsstunden weniger pro Woche – mehr Zeit für Elterngespräche. Die Krankenquote ist gestiegen.

Hamburg.  Die Krankenquote der Lehrer ist gestiegen, und mit der Integration zugewanderter sowie der Inklusion förderbedürftiger Schüler in das Regelsystem und der Digitalisierung sind für die Pädagogen neue Herausforderungen hinzugekommen. Die CDU fordert für Lehrer eine Entlastung vom Unterricht um ein bis zwei Arbeitszeitstunden pro Woche (WAZ). Die gewonnene Zeit soll für Elterngespräche, die individuelle Förderung der Schüler sowie zur Unterrichtsvorbereitung genutzt werden.

Laut der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der stellvertretenden CDU-Bürgerschaftsfraktionschefin Birgit Stöver ist die Krankenquote der Lehrer an allen allgemeinbildenden Schulformen gestiegen. Im Vergleich des Schuljahres 2018/19 mit dem Schuljahr davor kletterte die Fehlzeitenquote an den Gymnasien von 4,7 auf fünf Prozent, an den Stadtteilschulen von 6,4 auf 6,6 Prozent, an den Grundschulen von sieben auf 7,1 Prozent und den Sonderschulen von 8,3 auf 8,5 Prozent.

Krankenquote steigt stetig

„Es ist alarmierend: Die Krankenquote unserer Lehrer steigt stetig. Gleichzeitig nehmen die Aufgaben und Herausforderungen zu, denen die Lehrer in den Schulen nachkommen müssen“, sagt Stöver. Die rot-grüne Mehrheit in der Bürgerschaft habe es abgelehnt, das Lehrerarbeitszeitmodell, das die Tätigkeiten der Pädagogen erfasst und reglementiert, an die neuen Bedingungen anzupassen. „Nun benötigen wir Sofortmaßnahmen, um die Lehrergesundheit und die Aufrechterhaltung des Unterrichts der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten“, sagt Stöver.

In einem Bürgerschaftsantrag, der zur Sitzung am morgigen Mittwoch eingebracht wird, fordert die CDU, allen Vollzeitlehrern ein zusätzliches Kontingent von ein bis zwei WAZ für den Bereich allgemeine Aufgaben (Teilnahme an Konferenzen, schulische Veranstaltungen, Fortbildung) zu gewähren. Im Gegenzug soll es eine Entlastung um ein bis zwei WAZ Unterricht geben. Für jede Stunde Entlastung müssten rund 350 Vollzeitlehrer zusätzlich eingestellt werden, um die gekürzten Unterrichtsstunden auszugleichen.

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Das 2003 eingeführte Lehrerarbeitszeitmodell bildet nicht nur die Unterrichtsstunden ab, sondern auch die Zeiten für Vor- und Nachbereitung, Korrekturen, für allgemeine Aufgaben und Funktionen außerhalb des Unterrichts (z. B. Klassenlehrer, Fachleiter).

( pum )

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