Hamburg

Tagesschau, Handy, Zeitung: So informieren sich Jugendliche

Bibliotheksleiterin Michal Stender (links, Brille) mit Marcel Jammer und Helge Schoof von der Sparkasse, Schulleiterin Birgit Schaaff und Schülern.

Bibliotheksleiterin Michal Stender (links, Brille) mit Marcel Jammer und Helge Schoof von der Sparkasse, Schulleiterin Birgit Schaaff und Schülern.

Foto: Thorsten Ahlf

Neuntklässler des Hansa-Gymnasiums Bergedorf über Medien und Politik und warum es nicht immer auf die Mathe-Note allein ankommt.

Hamburg. Wie informieren sich Jugendliche von heute über Neuigkeiten aus aller Welt und aus ihrem Stadtteil? Was müssten politische Parteien tun, um für sie interessant zu sein? Und welche Fähigkeiten müssen junge Leute eigentlich für eine Banklehre mitbringen?

Um Fragen wie diese ging es, als Vertreter der Sparkasse Holstein zu Gast im Hansa-Gymnasium Bergedorf waren. Mit dabei waren aufseiten der Sparkasse Helge Schoof, Regionalleiter Privatkunden im Bereich Süd, Marcel Jammer, Leiter der Filiale Bergedorf, sowie Volker Schinkewitz, zuständig für Förderwesen. Die Sparkasse hat zehn Lesepatenschaften übernommen, seit 2019 finanziert sie eine für das Hansa-Gymnasium – nun gab es ein erstes Kennenlern-Treffen.

Sie lernen zu recherchieren, seriöse Quellen von anderen zu unterscheiden

Zunächst führte Schulleiterin Birgit Schaaff die Gäste durch das altehrwürdige Rotklinker-Gebäude, das in den Jahren 1912 bis 1914 nach den Plänen des damaligen Hamburger Oberbaudirektors Fritz Schumacher entstand. „Seit dem Schuljahr 2011/12 bieten wir den Abschluss International Baccalaureate an“, so Schaaff. Nur wenige Schulen in Hamburg und im Umkreis bieten diese Möglichkeit. Eine Auflage bei der Einrichtung des Abschlusses, so Schaaff, sei die Einrichtung einer Schulbibliothek gewesen. Das Hansa-Gymnasium bietet gleich zwei – eine für die Unter- und Mittelstufe und eine für die Oberstufe. Erstere soll Freude am Lesen vermitteln, unter anderem kann Kinder- und Jugendliteratur in den Pausen gelesen und ausgeliehen werden. Letztere Bibliothek ist eine Präsenzbibliothek, in der sich die Jugendlichen Themen des Unterrichts erarbeiten. „Hier lernen sie zu recherchieren, eine seriöse Quelle von anderen zu unterscheiden“, sagt Birgit Schaaff.

In der Präsenzbibliothek liegen auch Zeitungen aus, unter anderem das Hamburger Abendblatt, das die Schule über das Lesepaten-Abonnement bezieht. „Das Abendblatt wird beispielsweise bei der Recherche zu politischen Themen genutzt“, sagt Birgit Schaaff. Und sie ergänzt: „Die Jugendlichen nehmen das sehr gut an, lesen die Zeitung auch in Freistunden. Die Bibliothek wird als sehr wohltuend empfunden, sie ist eine kleine Oase.“

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Die Bibliothek war dann auch der Ort, an dem die Gäste von der Sparkasse Holstein Schüler der neunten Klassenstufe kennenlernten. „Wie informiert ihr euch denn eigentlich über das aktuelle Tagesgeschehen?“, wollte Marcel Jammer wissen. „Ich sehe immer die Tagesschau im Fernsehen. Und ich nutze auch viel das Handy“, sagte Frederik, 15. Ganz ähnlich äußerten sich andere Schüler. Doch auch die gedruckte Zeitung habe nach wie vor ihren Platz, betonte etwa der 14 Jahre alte Frederic: „Zeitung lese ich gerne in den Sommerferien. Dann am liebsten den Sportteil.“ Samuel, 15, ergänzte: „Ich auch. Aber meine Eltern schnappen sich die Zeitung immer zuerst!“Auf die Frage von Helge Schoof, wie sich die Jugendlichen über das Geschehen in Hamburg und Bergedorf informieren, antwortete Luca, 14: „Oft hört man zuerst von etwas. Dann macht man eine Recherche über das Handy und findet dann online Artikel von den Webseiten der Zeitungen.“

Kommunikative Stärken wichtiger als Mathe-Note

Viele der Schülerinnen und Schüler interessieren sich für Politik – das wurde bei dem Treffen sehr deutlich. Konkrete Erwartungen an die Parteien gibt es auch: „Damit ich eine Partei wähle, müsste sie in Schulen und Fußball investieren. Und in die Internetabdeckung“, sagte Luca. Samuel legt Wert auf Glaubwürdigkeit: Wichtig ist, dass Parteien ihre Ziele auch einhalten und nicht etwas ankündigen, um es dann komplett zu verhauen.“

Später ging es noch um das anstehende Berufspraktikum, das die Schüler unter anderem in Hotels, Reiseunternehmen und Eventtechnik-Firmen absolvieren werden. Und Berufspläne? Dazu Luca: „In Gesprächen geht es bei uns manchmal darum, mit welcher Idee man Milliardär werden kann.“ Vielleicht führt der Weg bei dem einen oder der anderen ja über eine Banklehre. Eine Befürchtung konnte Helge Schoof den Schülern nehmen: „Wir schauen nicht nur auf die Mathematik-Note. Stärken in der Kommunikation und der Umgang mit Menschen sind uns wesentlich wichtiger!“