Hamburg

Neonazis wollen Mai-Marsch verlegen – zu viele Baustellen

Thomas Wulff (links) und Christian Worch stehen in Hamburg am Treffpunkt einer rechtsradikalen Demonstration (Archivfoto).

Thomas Wulff (links) und Christian Worch stehen in Hamburg am Treffpunkt einer rechtsradikalen Demonstration (Archivfoto).

Foto: picture alliance

Demonstration der Rechtsextremisten soll in Harburg statt in Bergedorf stattfinden. Genehmigung steht aber noch aus.

Hamburg. Der befürchtete Marsch von Neonazis am 1. Mai durch Bergedorf wird vermutlich doch nicht im Bezirk starten. Wie die Polizei der "Bergedorfer Zeitung" bestätigte, wollen die Veranstalter um die rechtsextremen Szene-Größen Christian Worch und Thomas „Steiner“ Wulff ihre Demo samt zweier Kundgebungen nach Harburg verlegen.

Jetzt Kundgebungen am Harburger Bahnhof geplant

„Eine entsprechende Anmeldung liegt vor, genehmigt ist jedoch noch nichts. Gespräche mit der Polizei laufen“, hieß es aus der Polizei-Pressestelle. Konkret planten die Neonazis für den 1. Mai eine Kundgebung an der Hannoverschen Straße nahe dem Harburger Bahnhof, anschließend einen Marsch durch die Innenstadt und schließlich eine Abschlusskundgebung am Startpunkt. Keine 300 Meter entfernt befindet sich das Veranstaltungszentrum Rieckhof, wo der DGB den 1. Mai südlich der Elbe feiert.

DGB in Bergedorf hatte schon zu Aktionen aufgerufen

Dass Bergedorf doch nicht Schauplatz des rechten Aufmarsches werden soll, wird laut Polizei mit den vielen Straßenbaustellen begründet. Tatsächlich hätte ihre Tour vom Bahnhof Nettelnburg über die teilgesperrte Kurt-A.-Körber-Chaussee zum Lohbrügger Markt führen sollen. Eine Route, die mit der Bergedorfer Mai-Kundgebung des DGB und dem Zug vom Lohbrügger Markt zum Rathauspark im Konflikt gestanden hätte. Der Gewerkschaftsbund rief schon am Wochenende bei seinem Neujahrsempfang im SerrahnEins dazu auf, sich den Rechten zahlreich entgegenzustellen.

Neonazis erwarten bis zu 400 Marschierer

Ob die Neonazis tatsächlich, wie angekündigt, 300 bis 400 Gleichgesinnte für ihren Marsch zusammenbekommen, gilt unter Hamburgs Verfassungsschützern bislang als fragwürdig. Zuletzt brachten sie es 2014 bei ihrer „Großdemo“ gegen die Flüchtlingsunterkunft in Bergedorf-West auf ganze 19 Mitstreiter. Ihnen standen mehr als 450 Bergedorfer gegenüber.