Fußball

Nach Hamburger Pyro-Derby: Streit um Strafe geht weiter

Fans von Pauli zünden Pyrotechnik auf der Tribüne.

Fans von Pauli zünden Pyrotechnik auf der Tribüne.

Foto: dpa

Frankfurt/Main. Das juristische Nachspiel des von massiven Pyro-Einsätzen überschatteten Hamburger Zweiliga-Derbys geht weiter. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes hat beim DFB-Bundesgericht Berufung gegen die Urteile des Sportgerichts gegen den Hamburger SV und den FC St. Pauli eingelegt. Dies teilte der Verband am Mittwoch in Frankfurt/Main mit.

"Unserer Meinung nach sind die ausgesprochenen Geldstrafen zu gering für die Vorkommnisse im Stadion. Deshalb haben wir fristgerecht Berufung zum DFB-Bundesgericht eingelegt und warten nun die schriftlichen Urteilsbegründungen des DFB-Sportgerichts ab", sagte Anton Nachreiner, der Vorsitzende des Kontrollausschusses. Das Sportgericht unter dem Vorsitzenden Richter Hans E. Lorenz hatte am Freitag die zuvor im Einzelrichterverfahren verhängten Geldstrafen gegen beide Clubs abgemildert. Demnach muss der HSV 140 000 Euro bezahlen, St. Pauli 90 000 Euro. Den Vereinen wurden dabei 47 000 Euro beziehungsweise 30 000 Euro für präventive Maßnahmen erlassen.

"Die Zeugen haben allesamt gesagt, es war bei weitem nicht so schlimm wie befürchtet und wie das Vorgängerspiel im März. Das hatte auch Auswirkungen auf das Urteil", sagte Lorenz in der Urteilsbegründung. Nachrainer hatte bereits im Einzelrichterverfahren 200 000 Euro für den HSV und 120 000 Euro für St. Pauli gefordert und blieb dabei auch bei der mündlichen Verhandlung.

Unmittelbar vor Beginn der zweiten Halbzeit des Derbys am Millerntor vom 16. September hatten HSV-Fans nach DFB-Angaben 35 Bengalische Feuer, mindestens 20 Blinker, 21 Feuerwerkskörper und fünf Knallkörper gezündet. Pauli-Zuschauer setzten eine Rauchbombe, 20 Bengalische Feuer und mindestens 20 Blinker ab. Wegen des Rauchs konnte das Spiel erst mit knapp fünf Minuten Verspätung wieder angepfiffen werden.