Deutsche Bahn

Hamburger Firma baut für die Bahn gigantischen Solarpark

In Wedel ist 2016 ein etwa 200.000 Quadratmeter großer Solarpark in Betrieb genommen worden. Die geplante Solaranlage in Wasbek soll auf einer Fläche von rund 500.000 Quadratmetern (50 ha) gebaut werden.

In Wedel ist 2016 ein etwa 200.000 Quadratmeter großer Solarpark in Betrieb genommen worden. Die geplante Solaranlage in Wasbek soll auf einer Fläche von rund 500.000 Quadratmetern (50 ha) gebaut werden.

Foto: HA

2038 will die Bahn nur noch Ökostrom verbrauchen. Dafür wird eine 70 Fußballfelder große Solaranlage im Norden gebaut.

Hamburg/Wasbek. Ein neuer Solarpark in Norddeutschland soll künftig Ökostrom für die Deutsche Bahn produzieren. Die Anlage werde auf einer Fläche der Größe von rund 70 Fußballfeldern in Wasbek bei Neumünster in Schleswig-Holstein entstehen, teilte die Bahn am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit.„Erstmals speisen wir Solarstrom direkt in das Bahnstromnetz ein“, hob Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla hervor.

Gebaut werden soll der Solarpark vom Hamburger Unternehmen Enerparc AG. Einen Termin für den Baubeginn gibt es noch nicht, die behördlichen Freigaben stehen nach Bahnangaben noch aus. Ziel sei es, in diesem Jahr zu beginnen. Die Wasbeker Module mit einer Nennleistung von 42 Megawatt sollen jährlich etwa 38 Gigawattstunden Energie erzeugen. Insgesamt verbraucht die Bahn nach eigenen Angaben jährlich etwa 10.000 Gigawattstunden, etwa so viel wie die Stadt Hamburg.

Klimaneutralität bis 2050

Bis 2038 möchte die Deutsche Bahn auf 100 Prozent Ökostrom umsatteln. Die 15 größten Bahnhöfe werden seit 2019 vollständig mit Ökostrom versorgt – darunter Hamburg auf Platz eins, gefolgt von Frankfurt, München und Köln. 2018 bestand der Strommix zu 57 Prozent aus Ökostrom, 13 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Klimaneutralität möchte die Deutsche Bahn bis 2050 erreichen. Das bedeutet, auf Strecken ohne Oberleitungen sollen wasserstoff- und batteriebetriebene Züge Dieselloks und -triebzüge ersetzen. Erste Tests der Deutsche Bahn laufen breits.

Landesregierung reagiert positiv auf die Entscheidung der Bahn

Die Landesregierung in Kiel lobte die Entscheidung der Bahn. „Direkter Ökostrom für emissionsarmen Verkehr auf der Schiene - das ist ein Best-Case-Szenario der Energie- und Mobilitätswende“, sagte Umwelt- und Energieminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) der dpa. „Es ist vorbildlich, dass die Deutsche Bahn diesen Weg geht. Das Beispiel zeigt, welch wichtige Rolle Solarenergie im echten Norden spielt.“

Von einem wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele im Verkehrssektor sprach Verkehrsminister Bernd Buchholz. „Die Deutsche Bahn stellt mit dieser geplanten Maßnahme eindrucksvoll dar, wie umweltfreundliches Reisen mit der Bahn tatsächlich weiter umgesetzt wird“, sagte der FDP-Politiker.