Automobil-Ausstellung

IAA: Messechef will Hamburg zum "Labor für Mobilität" machen

Messechef Bernd Aufderheide ist zuversichtlich, die Internationale Automobil-Ausstellung IAA nach Hamburg zu holen.

Messechef Bernd Aufderheide ist zuversichtlich, die Internationale Automobil-Ausstellung IAA nach Hamburg zu holen.

Foto: picture alliance

In der nächsten Woche stellt Hamburg sein Konzept für die Internationalen Automobil-Ausstellung vor. Messechef ist zuversichtlich.

Hamburg. Der Wettbewerb um den Austragungsort der nächsten Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) geht in die entscheidende Runde. In der kommenden Woche (23./24.1.) präsentieren in Berlin beim Verband der Automobilindustrie (VDA) die Bewerberstädte ihre Konzepte. Schon einige Tage später soll es eine Shortlist mit den zwei oder drei aussichtsreichsten Bewerbern geben, mit denen bis zu einer endgültigen Entscheidung Anfang März weiterverhandelt wird. Hamburg geht mit viel Selbstbewusstsein in die Endphase der Bewerbung. „Ich sehe uns auf keinen Fall als Außenseiter“, sagte Messechef Bernd Aufderheide.

Mit Hamburg konkurrieren Frankfurt, Hannover, München, Berlin, Köln und Stuttgart um die Ausrichtung der IAA im September 2021. Bislang wurde die Großveranstaltung mit zuletzt 560 000 Besuchern alle zwei Jahre in Frankfurt abgehalten. Doch der Autoverband will die IAA reformieren, zu einer Mobilitätsmesse umgestalten und hat deshalb den Standort neu ausgeschrieben. „Für eine klassische Autoschau hätte Hamburg gar nicht zur Verfügung gestanden“, sagte Aufderheide.

Hochburg für E-Mobile und autonomes Fahren

Doch nun sei die Lage anders: „Es wird schwer, an Hamburg vorbeizukommen, weil wir die Mobilitätsstadt Nummer eins in Deutschland sind.“ Im Zusammenhang mit dem Weltkongress für Intelligente Transportsysteme (ITS) im Oktober 2021 hat die Hansestadt rund 100 Mobilitätsprojekte angeschoben, von denen 30 bereits abgearbeitet sind.

Da geht es um Sharing-Konzepte ebenso wie um autonomes Fahren, um E-Mobilität und Wasserstoff, um digitale Verkehrslösungen wie um selbstfahrende Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr oder die Kommunikation zwischen Ampeln und Autos. Bei einem Ranking des Branchenverbandes Bitkom landete Hamburg auf Platz eins unter den digitalen Städten.

"Reallabor für digitale Mobilität"

Da will die Messe in Zusammenarbeit mit Senat und Bezirk andocken, wenn es um die Präsentation Hamburger Vorzüge für die Ausrichtung der IAA geht. „Wir werden ein Reallabor für digitale Mobilität bekommen“, sagte Aufderheide. Das Handicap Hamburgs ist die vergleichsweise geringe Hallenfläche von 85.000, bestenfalls 100.000 Quadratmetern.

Das wird jedoch zum Teil ausgeglichen durch die innerstädtische Lage des Messegeländes. So soll das Heiligengeistfeld in unmittelbarer Nähe des Messegeländes, auf dem dreimal im Jahr der Dom abgehalten wird, als Erprobungsfläche für neue Mobilitätstechnologien dienen. Damit kommen noch einmal mehr als 200 000 Quadratmeter dazu.

Starke Konkurrenz

Genaue Details zum Ausstellungskonzept gibt es noch nicht, sie werden zum Teil erst später erarbeitet, wenn der Zuschlag vergeben ist. Aufderheide ist optimistisch, aber er weiß auch, dass die Konkurrenz stark ist. „Wenn wir nicht den Zuschlag bekommen sollten, dann war der Bewerbungsprozess dennoch eine wertvolle Erfahrung für uns.“ Dabei seien neue Ideen und Impulse entstanden, die der Messe in Zukunft zugute kommen würden.