Hamburg

Proteste gegen AfD-Auftritt an Max-Brauer-Schule

An der Max-Brauer-Schule in Bahrenfeld konnte eine Veranstaltung mit Politikern aller Hamburger Bürgerschaftsfraktionen nicht stattfinden (Archivbild).

An der Max-Brauer-Schule in Bahrenfeld konnte eine Veranstaltung mit Politikern aller Hamburger Bürgerschaftsfraktionen nicht stattfinden (Archivbild).

Foto: Andreas Laible

Politiker aller Hamburger Bürgerschaftsfraktionen wollten an einer Veranstaltung mit Schülern teilnehmen. Doch dazu kam es nicht.

Hamburg. Die Leitung der Max-Brauer-Schule in Altona musste am Donnerstag eine klasseninterne Veranstaltung mit Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft kurz vor Beginn absagen. Der geplante Auftritt des AfD-Bürgerschaftsabgeordneten Alexander Wolf hatte Proteste ausgelöst.

Mehrere unbekannte, schulfremde Personen seien auf das Schulgelände gekommen und wollten verhindern, dass der AfD-Vertreter im Rahmen der sogenannten "Dialog P"-Veranstaltung auftritt, sagte ein Schulsprecher dem Abendblatt. Vor dem Schulgelände habe sich darüber hinaus ein "stummer Protest" gegen die AfD vor allem von Schülern formiert. Es seien rund 150 Personen gewesen.

AfD Hamburg reagiert empört

Trotz Gesprächen sei es am Ende nicht gelungen, eine Situation herzustellen, in der die Veranstaltung hätte stattfinden können, heißt es in einer am Nachmittag verbreiteten öffentlichen Erklärung der Schule. "In Abstimmung mit den in der Aula anwesenden fünf Parteivertretern hat die Schulleitung entschieden, die Veranstaltung abzusagen."

Die AfD reagierte empört. Schüler und schulfremde Personen hätten den Zutritt Wolfs zum Schulgebäude verhindert. Die Polizei sei im Einsatz gewesen. Die Meinungsfreiheit stecke in einer "tiefen Krise", erklärte Alexander Wolf.

FDP: AfD und ihre Thesen müssen entzaubert werden

Kritisch zu den Protesten äußerte sich auch der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Daniel Oetzel, der an der Veranstaltung teilnehmen wollte. "Meinungsfreiheit gilt auch und gerade für Positionen, die von einem selbst nicht geteilt werden. Die AfD und ihre Thesen und Positionen müssen in Gesprächen und auf Podien entzaubert werden."

Ebenfalls teilnehmen wollten Gabi Dobusch (SPD), Michael Westenberger (CDU), Christiane Blömeke (Grüne) und Norbert Hackbusch. Der Linken-Politiker erklärte, der Protest sei zwar berechtigt. "Allerdings halte ich eine argumentative Auseinandersetzung mit Politikern der AfD ebenso für notwendig. Deshalb hätte ich mit den Schülern und auch mit Alexander Wolf die Podiumsdiskussion durchgeführt." Über Wolf sagte Hackbusch, er sei "rechtsradikaler Scharfmacher in der AfD Hamburg. Immer wieder hetzt er gegen zivilgesellschaftlichen Antifaschismus – wie zum Beispiel bei der Ida-Ehre-Schule. Nach seinen Provokationen bejammert er dann seine Ausgrenzung und versucht sich als Unschuldslamm darzustellen.“