Autounfall in Südtirol

Opfer aus Ärzteorchester studierte auch in Hamburg

Blumen, Kerzen und Gedenkschmuck liegen in Gedenken an die Todesopfer in Luttach. Unter ihnen befindet sich auch eine Hamburgerin.

Blumen, Kerzen und Gedenkschmuck liegen in Gedenken an die Todesopfer in Luttach. Unter ihnen befindet sich auch eine Hamburgerin.

Foto: picture alliance/dpa

Die junge Frau studierte Medizin in Hamburg und spielte Geige in dem Orchester. Kommilitonen und Musiker bestürzt.

Hamburg. Bei dem schweren Autounfall Anfang des Jahres in Südtirol war eines der sieben Todesopfer Mitglied des Hamburger Ärzteorchesters. Die Medizinstudentin Felicitas V. starb im Alter von nur 23 Jahren.

In einer vom Ärzteorchester im Hamburger Abendblatt geschalteten Traueranzeige zeigen sich die musikalischen Mediziner "tieferschüttert durch die furchtbare Nachricht von dem jähen, grausamen Tod" ihrer jungen Kollegin. Die 23-Jährige, die in Nagold in Baden-Württemberg aufwuchs und dort ihr Abitur machte, war 2017 nach Hamburg gekommen.

Hamburger Medizinstudentin spielte im Ärzteorchester

Hier studierte sie an der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg. Daneben engagierte sich die Studentin, die seit mehr als zehn Jahren Geige spielte, beim Hamburger Ärzteorchester. Die Musiker des 1964 gegründeten Orchesters sind Mediziner oder Medizinstudenten, die klassische Instrumente beherrschen und gemeinsam spielen.

Sie treten sehr oft bei Benefizveranstaltungen auf. Kommilitonen der Medizinstudentin reagierten bestürzt auf den Tod der Studentin. „Mein tiefstes Mitgefühl den Eltern und Angehörigen“, schrieb eine Kommilitonin im Internet.

Todesfahrer von Luttach droht lange Haftstrafe

Vetter wurde Opfer der Todesfahrt am 5. Januar, als ein 27-Jähriger im norditalienischen Luttach in eine Gruppe junger deutscher Skiurlauber fuhr. Die jungen Leute befanden sich in dem Wintersportort auf dem Heimweg von einem Discobesuch. Gegen 1.15 Uhr nachts stiegen sie aus einem Shuttlebus und überquerten die Hauptstraße. Das Auto war viel zu schnell unterwegs.

Bei dem Unfallfahrer aus der Region war ein Alkoholwert von mehr als 1,9 Promille im Blut festgestellt worden. Der Mann wurde festgenommen. Ihm wird unter anderem mehrfache Tötung im Straßenverkehr vorgeworfen. Dem 27-Jährigen drohen zwischen acht und zwölf Jahren Haft, womöglich sogar mehr.

Mehrere Angehörige von Opfern wollen als Nebenkläger im Prozess gegen den Unfallfahrer auftreten. Darunter sind auch die Angehörigen von drei Toten. Ob es sich dabei auch um die Eltern von Felicitas V. handelt, ist nicht bekannt.