Investition

120 Millionen Euro für Hamburger Pflegeheime

Der Geschäftsführer von Pflegen & Wohnen Hamburg, Thomas Flotow

Der Geschäftsführer von Pflegen & Wohnen Hamburg, Thomas Flotow

Foto: PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG GmbH

Pflegen & Wohnen investiert an vier Standorten und ändert die Strategie. Was das für Heimbewohner und Mitarbeiter bedeutet.

Hamburg. Der größte private Anbieter von stationären Pflegeplätzen startet eine Investitionsoffensive: Pflegen & Wohnen Hamburg wird in den kommenden zehn Jahren für 120 Millionen Euro Heime neu errichten oder erweitern. Dabei ändert das Unternehmen im Besitz der Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen seine Strategie. Künftig wird Pflegen & Wohnen verstärkt im Bereich Service Wohnen (früher Betreutes Wohnen) Angebote machen.

Service Wohnen erfreut sich zunehmender Beliebtheit, da es Senioren ermöglicht, weiter eigenständig zu leben – aber in einem barrierefreien Umfeld und mit Unterstützungsangeboten wie Essenslieferungen oder ambulanter Pflege, die dazu gebucht werden können.

Pflegen & Wohnen arbeitet bald mit Kitas und Cafés zusammen

„Wir orientieren uns an der geänderten Nachfrage“, sagt Thomas Flotow, Sprecher der Geschäftsführung. Pflegen & Wohnen plant zudem Kooperationen mit Kitas und Cafés. Das Unternehmen will auch aufrüsten für die digitale Zukunft. So sollen die neuen Wohnungen mit Sensor-Fußböden ausgestattet werden, die Alarm schlagen, wenn ein Bewohner stürzt.

Investiert werden soll an den Standorten Horn, Wilhelmsburg, Husarendenkmal (Marienthal) und Uhlenhorst. In Horn entsteht ein Neubau, dafür wird der Penny-Markt abgerissen, auf dem Gelände aber wieder neu errichtet. Auch in Wilhelmsburg und im Marienthal sind Neubauten geplant.

Doppelzimmer für Paare – sonst nur Einzelzimmer

Die Bewohner müssen sich jedoch nicht mit Zwischenlösungen arrangieren, der Abriss der Altgebäude erfolgt erst, wenn der Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft erstellt ist. Auf der Uhlenhorst wird das bestehende Gebäudeensemble erweitert. Mit Ausnahme von wenigen Doppelzimmern für Paare setzt Pflegen & Wohnen künftig ganz auf Einzelzimmer.

Bei der Investitionsoffensive will Flotow auch Wohnungen für Pflegekräfte schaffen. Die enorm gestiegenen Mietpreise setzen gerade Krankenhäuser und Pflegeheime unter großen Druck – viele Pflegekräfte finden trotz Gehaltssteigerungen in den vergangenen Jahren kaum noch bezahlbare Wohnungen.

Die geplanten Angebote für Betreutes Wohnen und Mitarbeiter stehen allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Bezirksämter, da die jeweiligen Flächen eigentlich der stationären Pflege vorbehalten sind. Über Pläne und Baufortschritt will das Unternehmen fortlaufend informieren. Im Internet wurde dafür die Seite www.zukunftspflege-hamburg.de eingerichtet.