Hamburg

Kuratorium der Zeit-Stiftung hat neuen Vorsitzenden

Burkhard Schwenker, neuer Vorsitzender des Kuratoriums der Zeit-Stiftung, mit seinem Vorgänger Manfred Lahnstein und Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der Stiftung.

Burkhard Schwenker, neuer Vorsitzender des Kuratoriums der Zeit-Stiftung, mit seinem Vorgänger Manfred Lahnstein und Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der Stiftung.

Foto: dpa Picture-Alliance / Daniel Bockwoldt

Burkhard Schwenker übernimmt eine sehr gut aufgestellte Stiftung von Manfred Lahnstein: mehr als eine Milliarde Euro Stiftungskapital.

Hamburg.  Gefragt nach einem Rat an seinen Nachfolger, lächelte Manfred Lahnstein kurz: „Es wird immer Zeit sein für Änderungen.“ Der Satz drückt auch eine Gelassenheit aus, die womöglich unumgänglich ist für die Geradlinigkeit und Beharrlichkeit, wie sie der ehemalige SPD-Bundesfinanz- und wirtschaftsminister auch als langjähriger Kuratoriumsvorsitzender der Hamburger Zeit-Stiftung bewies. Seit 1984 war Lahnstein, einst berufen von Gerd Bucerius, Kuratoriumsmitglied der Stiftung, seit 1996 als Vorsitzender.

Nun ist es also Zeit für eine Änderung: Strategieberater Burkhard Schwenker, viele Jahre CEO der Unternehmensberatung Roland Berger, hat am 1. Januar 2020 den Kuratoriumsvorsitz übernommen. Lahnstein, 82, mit dem ein menschenfreundlicher und kunstsinniger Intellektueller diese Funktion abgibt, wurde am Freitag von Michael Göring, dem Vorstandsvorsitzenden der Zeit-Stiftung, sowie von seinem Nachfolger mit sehr persönlichen Worten bedacht. Eines der größten deutschen Stiftungsprojekte überhaupt fällt in seine Zeit: die Gründung der Bucerius Law School, mittlerweile ein mittelständisches Unternehmen mit 184 Mitarbeitern. Das vergangene Jahr war besonders ertragreich: Das Stiftungskapital, so Göring, liege bei inzwischen mehr als einer Milliarde Euro, was einem Kapitalzuwachs von 13,5 Prozent entspricht.

Gemeinnütziger Journalismus soll künftig stärker im Fokus liegen

„Wir waren, wir sind und wir bleiben eine Hamburger Stiftung“, erklärte Manfred Lahnstein, der sich zudem erinnerte, wie die Stiftung „bis zum Tod von Gerd Bucerius ein gemütliches, kleines Unternehmen mit Fokus auf dem wissenschaftlichen Bereich“ gewesen sei.

„Vordenken, Zeichen setzen“, nannte nun Schwenker als Teil seiner neuen Aufgaben. Das übergeordnete Ziel, so auch Göring, sei es, das Gemeinwohl zu fördern. Was bedeute, ergänzte Schwenker, „dass eben nicht immer der Klügere nachgeben darf. Sonst regiert die Dummheit.“ Er wolle mit der Stiftung „agiler werden“ und „dahin, wo es weh tut“, zumal in einer Zeit, in der „Demokratie, Wahrheit, Meinung in Frage gestellt“ würden. Sich gegen rechts zu positionieren, sei „einfach notwendig“.

Auch gemeinnütziger Journalismus soll künftig stärker im Fokus liegen. Zudem ermöglicht die Stiftung internationale Fellowships am Hamburg Institute for Advanced Study e.V., fördert das Vermittlungsprogramm der Symphoniker Hamburg mit 150.000 Euro und im Programm „Beyond Borders“ Doktorandenstipendien und Austauschforen.