Hamburg

Polizei kann nicht in Schule üben – aus Kostengründen

Die Hamburger Polizei bei einer Übung (Symbolbild).

Die Hamburger Polizei bei einer Übung (Symbolbild).

Jetzt wird die Polizei Amoklagen in Gebäuden der Bundeswehr unter weniger realistischen Bedingungen trainieren müssen.

Hamburg.  Um Einsätze bei Amokläufen möglichst realitätsnah zu trainieren, wollte die Polizei die leer stehende Stadtteilschule Grellkamp nutzen – doch das ist an den Kosten gescheitert. Streitpunkt war, so ergibt es sich aus der Senatsantwort auf die Kleine Anfrage des Bürgerschaftsabgeordneten Joachim Lenders (CDU), dass der Landesbetrieb Schulbau wollte, dass die Polizei die ohnehin anfallenden Betriebskosten übernimmt. Dafür steht aber kein Geld zur Verfügung. Jetzt wird die Polizei Amoklagen in Gebäuden der Bundeswehr unter weniger realistischen Bedingungen üben müssen.

Zunächst 1,06 Euro, dann 50 Cent pro Quadratmeter und Monat wollte Schulbau Hamburg von der Polizei monatlich haben. Es sei „übliche Praxis“, dass für die außerschulische Nutzung der Gebäude Gebühren anfallen, ließ der Senat wissen. In diesem Fall wären es pro Monat nach Lenders Erkenntnissen rund 2000 Euro, die für die Polizei als Kosten anfallen würden. Die setzen sich zur Hälfte aus Hausmeisterdienstleistungen und Verwaltung, zur anderen aus Kosten für Wärme, Strom, Wasser und Abwasser zusammen.

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Laut Lenders sind das Kosten, die für den Gebäudekomplex, der zuletzt bis Ende 2017 als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, ohnehin anfallen würden, unter anderem, um das Einfrieren von Rohren oder die Bildung von Schimmel zu verhindern.

Für die Polizei-Übungen bei der Bundeswehr wird eine Tagespauschale als Aufwandsentschädigung gezahlt. Die Beträge liegen laut Lenders deutlich unter 2000 Euro. Die Schule Grellkamp wäre aber erste Wahl gewesen. „In einem ehemaligen Schulgebäude hätte man eine gute, praxisnahe Ausbildung bieten können.“ Das passiere jetzt nicht. „Man hat hier einen Bürokratieirrsinn, wie er schlimmer nicht sein kann“, meint Lenders. Zumal Schulen und Polizei aus der Stadtkasse finanziert würden.