Bürgerschaftswahlkampf

CDU favorisiert jetzt ein Bündnis mit SPD und FDP

CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg

CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Klare Worte von Unions-Spitzenkandidat Marcus Weinberg: „Grüne haben für Irritationen bei uns gesorgt.“

Hamburg.  Die CDU hat im Bürgerschaftswahlkampf eine strategische Neujustierung vorgenommen. Die Christdemokraten, die in Umfragen deutlich unter 20 Prozent liegen, ziehen ein sogenanntes Deutschland-Bündnis mit SPD und FDP einer „Jamaika“-Koalition mit Grünen und FDP vor.

CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg wies auf den deutlichen Absturz der SPD in den Umfragen um bis zu 17 Prozentpunkte gegenüber dem Wahlergebnis von 2015 hin. „Gemeinsam mit der CDU und der FDP gäbe es aber die Chance auf eine überzeugende Mehrheit für eine Koalition der Vernunft, die dafür sorgt, dass wir Hamburg mit Tatkraft gegen die aufkommende Rezession fit machen und die Arbeitsplätze und den Wohlstand der Bürgerinnen und Bürger sichern“, sagte Weinberg.

CDU-Bundestagsabgeordneter galt bislang als Befürworter eines Bündnisses mit Grünen

Der Altonaer Bundestagsabgeordnete galt bislang eher als Befürworter eines Bündnisses mit den Grünen, von denen er viele Akteure aus der Zeit der schwarz-grünen Koalition sehr gut kennt. „Die Grünen haben mit einigen Entscheidungen bei uns für Irritationen gesorgt“, sagt Weinberg jetzt und nennt unter anderem die grünen Forderungen nach Absenkung des Wahlalters auf 14 Jahre und Aufhebung des Vermummungsverbots. „Wir können auch keine Koalition mit einer Partei eingehen, in der zentrale Infrastrukturprojekte infrage gestellt werden“, sagte der Christdemokrat und spielte damit unter anderem auf die plötzlichen grünen Zweifel am Bau der A 21 Ost, der Hafenpassage, an.

Allerdings, so Weinberg, schließe die Präferenz für eine Deutschland-Koalition andere Optionen nicht aus. Der Christdemokrat erhält Unterstützung von anderen führenden CDU-Politikern. „Während die Grünen für den Wirtschaftsstandort Hamburg katastrophal wären, hätte eine Deutschland-Koalition die größten politischen Schnittmengen und könnte mit einer starken CDU einiges bewegen“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß.

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Dies gelte etwa für die dringend notwendige Beschleunigung bei der Planung von In­frastrukturprojekten wie der Köhlbrandquerung. Eine Deutschland-Koalition wäre auch für die innere Sicherheit der Stadt und den Verkehrsfluss auf Hamburgs Straßen deutlich besser. Zuvor hatte bereits CDU-Bürgerschaftsfraktionschef André Trepoll im Abendblatt-Interview gesagt, die Grünen seien „aktuell kein interessanter Gesprächspartner“.