Hamburg

Mehr Grün und mehr Wohnungen – so soll es klappen

Hamburger HafenCity 2020: So soll das Gemeinschaftshaus im Lohsepark aussehen.

Hamburger HafenCity 2020: So soll das Gemeinschaftshaus im Lohsepark aussehen.

Foto: rethmeierschlaich_architekten

Serie: Große Pläne für Hamburg-Mitte in 2020. CCH eröffnet wieder, ein Wald wird gepflanzt. Was sich noch im Bezirk ändert.

Hamburg.  Der Hamburger Bezirk Mitte hat auch in diesem Jahr viel vor: Große Bauvorhaben werden fertiggestellt oder starten. Auch die meisten Hamburger Großveranstaltungen werden in dem Bezirk veranstaltet. Die neue „Deutschland-Koalition“ aus CDU, SPD und FDP setzt auf mehr Grünflächen, und Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) liegt vor allem das 99-Millionen-Euro-Programm „Mitte machen“ am Herzen:


Stadtplanung

Das wohl aktuell größte innerstädtische Bauvorhaben wird in diesem Jahr abgeschlossen. Die Rede ist vom neuen Springer Quartier an der Kaiser-Wilhelm-Straße (1). Dort entsteht ein Mix aus Einzelhandel, Gastronomie und 53 frei finanzierten Mietwohnungen. Außerdem stehen dort rund 35.000 Quadratmeter Bürofläche kurz vor der Fertigstellung. Hauptmieter in dem neu entstandenen Gebäudekomplex – dafür wurde der frühere Mitteltrakt des Verlags Axel Springer abgerissen – ist das international agierende Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG, das dort mit rund 1000 Mitarbeitern in der zweiten Jahreshälfte einziehen wird.

Der Entwurf stammt vom Hamburger Architektenbüro gmp (von Gerkan, Marg und Partner). In dem denkmalgeschützten Springer-Hochhaus aus den 50er-Jahren, das aufwendig saniert wurde und an den neuen Gebäudekomplex angrenzt, ziehen im Laufe kommenden Jahres Teile der Axel Springer SE ein. Das Springer Quartier wird von dem Hamburger Investor Momeni gebaut.

In der Innenstadt gibt es noch weitere Großprojekte. Der Abriss des Allianz-Hochhauses am Großen Burstah (2) ist inzwischen abgeschlossen. Im Mai wird der Generalunternehmer Hochtief mit den Gründungsarbeiten und dem Bau der drei Untergeschosse beginnen. Dort sollen unter dem Namen Burstah-Ensemble Büros, Wohnungen, Einzelhandel und Gastronomie entstehen. Eine ähnliche Nutzung ist auch nahe dem Rathaus am Neß auf dem ehemaligen Commerzbank-Areal (3) geplant. Der Abriss des Hochhauses soll voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2020 starten. Von dem benachbarten Altbau soll die Fassade erhalten werden.

In Wilhelmsburg ist das „Neue Korallusviertel“ im Bereich der Thielenstraße (4) geplant. Nach jahrelangem Stillstand sollen dort rund 460 Wohnungen auf einer Brachfläche entstehen. Der Baubeginn ist für 2020 geplant.

Der Markt für neue Hotels in Hamburg boomt, im Herbst eröffnet das Premier Inn an der Simon-von-Utrecht-Straße (5) nahe der Reeperbahn auf St. Pauli. 219 Zimmer soll das Hotel der britischen Kette mit begrünten Fassaden und Dach haben. Im Erdgeschoss sollen Gastronomie und Musikproberäume einziehen. Das neue CCH (Congress Center Hamburg) an der Marseiller Straße (6) wird nach einer umfangreichen Sanierung Ende August den Betrieb aufnehmen, dann tagt dort als Erstes ein Medizinerkongress.


Verkehr

Der Heidi-Kabel-Platz (7) am Hauptbahnhof soll erweitert werden. Außerdem sollen die Taxiplätze und Radbügel neu geordnet und ein „SwitchHH-Punkt“ eingerichtet werden. Die Fuhlentwiete (8) zwischen der Caffamacherreihe und dem Axel-Springer-Platz wird in diesem Jahr grundinstand gesetzt. Der Zeitpunkt steht noch nicht fest. Die Kosten für beide Maßnahmen liegen bei jeweils rund 450.000 Euro.

Die Neugestaltung des Ballindamms (9) zu einer Flaniermeile soll bis Herbst 2020 abgeschlossen sein. Außerdem werden mehrere Velorouten erneuert, unter anderem die Nummer 14 zwischen dem Öjendorfer Weg (10) bis zur Möllner Landstraße.

Grünanlagen

Die Erweiterung des Parks Planten un Blomen (11) um rund ein Hektar im Bereich der ehemaligen Marseiller Straße wird 2020 weitgehend abgeschlossen. Die neue Grünfläche soll im Frühjahr 2021 von der Öffentlichkeit genutzt werden können. Außerdem soll in diesem Jahr der Lohmühlenpark (12) zwischen Kolbergstraße und Berliner Tor umgestaltet werden.

Spektakulär ist auch der Plan, einen neuen Wald zu pflanzen. Der solle auf einer rund 17 Hektar großen Ackerfläche nahe dem Öjendorfer Park (13) entstehen. Die Planungen dafür sollen 2020 angegangen werden, kündigte SPD-Fraktionschef Tobias Piekatz, der gemeinsam mit FDP und CDU im Bezirk Mitte regiert, an.


Soziales

Für das Modellprojekt „Mitte machen“ stehen bis 2026 rund 99 Millionen Euro zur Verfügung. Insgesamt soll es 15 Projekte geben, bei denen „multifunktionale Orte der Begegnung für jede Altersgruppe geschaffen werden. Dabei geht es uns um die Themen Sport, Bewegung und soziale Infrastruktur“, sagte Bezirksamtsleiter Falko Droßmann dem Abendblatt. In diesem Jahr soll mit der Modernisierung des Hauses der Jugend Hammer Park (14) und mit der Sanierung der Sportanlagen Snitgerreihe (15) und Öjendorfer Weg (16) begonnen werden.

Unabhängig von diesem Programm, wird im Sommer im Lohsepark (17) und im Grasbrookpark in der HafenCity (18) mit dem Bau von Gemeinschaftshäusern begonnen, die als Ort für nachbarschaftliche Aktivitäten, aber auch als Cafés oder öffentliche Toiletten dienen sollen.


Veranstaltungen

Auch in diesem Jahr gibt es zahlreiche Großveranstaltungen mit Millionen Besuchern. Dazu gehört der 35. Haspa-Marathon (19) am 19. April, sowie der Hafengeburtstag (20) vom 8. bis zum 10. Mai. Auch der Termin für den Schlagermove (21) steht schon fest. Am 4. Juli werden wieder rund eine halbe Million Menschen auf dem Kiez erwartet. Musikalisch geht es auch beim Reeperbahn-Festival (22) vom 16. bis zum 19. September weiter. Außerdem organisiert das Bezirksamt Mitte das Jubiläumsjahr „200 Jahre Grüner Wallring“ (23). Aus diesem Anlass gibt es am 7. Juni ein großes Bürgerfest in Planten un Blomen.

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