Die Hamburg-Kolumne

Im Bälle-Bad: Zeit der festlichen Partys startet

Die Debütanten tanzen 2019 beim Presseball im Hotel Atlantic. Auch in diesem Jahr wird das Haus der Schauplatz für zahlreiche Bälle und Empfänge sein.

Die Debütanten tanzen 2019 beim Presseball im Hotel Atlantic. Auch in diesem Jahr wird das Haus der Schauplatz für zahlreiche Bälle und Empfänge sein.

Foto: Andreas Laible

Anekdoten aus der Gesellschaft, Rück- und Vorblicke auf Veranstaltungen – und alles über die wichtigsten Köpfe der Stadt.

Hamburg. Der Hamburger Presseball ist die glamouröseste Veranstaltung der Stadt. Auch in diesem Jahr, der Termin ist der 25. Januar, wird es wieder einen bunten Gästemix geben. Die Moderatoren Jörg Pilawa, Hubertus Meyer-Burckhardt und Pinar Atalay haben sich angesagt. Auch Model Elena Carrière und der neue NDR-Intendant Joachim Knuth werden dabei sein. Ebenso Holsten-Chef Sebastian Holtz und About-You-Geschäftsführer Tarek Müller. Auch Theaterunternehmer und Hotelier Norbert Aust feiert mit. Natürlich wird auch die Politik – wenige Wochen vor den Bürgerschaftswahlen – bestens vertreten sein. Bürgermeister Peter Tschen­tscher wird nach der Begrüßung durch die Gastgeber Karsten Lüchow, Vorstandsvorsitzender der Stiftung der Hamburger Presse, und Peter Ulrich Meyer, Vorsitzender der Landespressekonferenz, zu den rund 650 Gästen sprechen.

Die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank und CDU-Bürgermeisterkandidat Marcus Weinberg haben sich ebenfalls angemeldet. Der Presseball ist so gut wie ausgebucht. Durch den Abend führt NDR-Moderator Yared Dibaba, und Sänger Stefan Gwildis ist in diesem Jahr der musikalische Stargast. Eine Woche später steht der Steuerberaterball in den Festsälen auf dem Programm. Ein weiterer gesellschaftlicher Höhepunkt im Atlantic ist am 8. Februar der Ball über den Wolken, der seit 1950 veranstaltet wird. Dann trifft sich dort das Who’s Who der Luftfahrtbranche zu einem festlichen Drei-Gänge-Menü. Die Gastgeber Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler­ und Atlantic-Direktor Franco Esposito erwarten rund 500 Gäste. Mit seinem Blauen Ball ist Veranstalter Günter Ehnert am 22. Februar in der Nobelherberge zu Gast, und am 28. März wird der 30. Ball der Deutsch-Französischen Freundschaft im Atlantic zele­briert.

Der 32. Neujahrsempfang des Hamburger Abendblatts im Hotel Atlantic am 6. Januar ist das gesellschaftliche Ereignis der Hansestadt. Das Motto: „Hamburg, meine Wahl“. Damit wird sozusagen der Countdown zur Bürgerschaftswahl am 23. Februar eingeleitet. Es könnte also durchaus sein, dass bei diesem Empfang auch die eine oder andere Partei Unterstützung aus der Hauptstadt Berlin bekommt. Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider und Verlagsgeschäftsführer Claas Schmedtje erwarten zu dieser hochkarätig besetzten Veranstaltung rund 900 Gäste aus Kultur, Wirtschaft Medien, Sport und Politik. Bereits seit Mai bereiten Abendblatt-Marketingchefin Vivian Hecker und ihr Team den Empfang vor.

Er gilt als die wichtigste Party der Elbvororte – mit Strahlkraft auch in diverse andere Ecken Hamburgs: der Blankeneser Neujahrsempfang des Stadtmagazins „Klönschnack“. Am 9. Januar bittet „Klönschnack“-Erfinder Klaus Schümann in seiner Doppelfunktion als Herausgeber und Chefredakteur auf den Süllberg, wo Karlheinz Hauser gewohnt ideenreich und souverän für das Wohl der Gäste sorgt. Das Besondere: 25 Jahre wird es dann her sein, dass Schümann den Neujahrsempfang aus der Taufe hob. Entsprechend festlich ist die schwarz-goldene Einladung in diesem Jahr gestaltet. Auch eine umfangreiche Hochglanz-Sonderedition zu den 25 vergangenen Empfängen ist erschienen. Rund 1000 Zusagen werden erwartet. Auch die Liste der traditionell starken Gastredner hat es in sich: Neben Schümann werden in diesem Jahr der Vizepräsident des CDU-Wirtschaftsrats und Angela-Merkel-Kontrahent Friedrich Merz, der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner sowie die Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth von den Grünen sprechen.

Wenn PR-Unternehmer Lars Meier zu seinem „Neujahrsempfang der besonderen Art“ einlädt, ist das kein leeres Versprechen. Das Event heißt schlicht Ahoi – es ist bereits die 14. Auflage – und ist eigentlich eher ein Ball mit lockerer Atmosphäre. „Garantiert ohne steifes Programm“ heißt es in der Einladung für den 11. Januar. Aber beim Dresscode kennt der Gastgeber kein Pardon. Die Damen tragen Abendkleider, die Herren erscheinen im Smoking. Zum Tanz wird wie immer DJ Tobias Schlegl bitten, der sich um die Musik kümmert. Moderiert wird der Abend im Hyperion Hotel an der Amsinckstraße von Daniel Bröckerhoff. Unter den Gästen werden die Schauspieler Kostja Ullmann, Jonas Nay und Nina Petri sowie Moderatorin Christina Rann sein. Auch HSV-Präsident Marcell Jansen­ lässt sich dieses Event – bei dem auch Poker gespielt wird – nicht entgehen.

Das Hamburger Rathaus ist der Schauplatz für einen Neujahrsempfang, der bei vielen Gästen Kultstatus genießt. Die grüne Bürgerschaftsfraktion lädt dazu am 17. Januar ein, in den altehrwürdigen Räumen legt dann DJ Sunshine aus der Wunderbar auf, und es werden vegetarische Häppchen gereicht. Gastgeber ist Fraktionschef Anjes Tjarks, auch der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, wird an diesem Abend sprechen. Meist entwickelt sich dieser Neujahrsempfang zu einer ausgelassenen Party.

Der Jahreswechsel liegt erst vier Tage zurück, die Erinnerung an die Silvesterpartys ist noch frisch und der Kater danach inzwischen wohl auch überstanden. Das Abendblatt hat nachgefragt, wie die Hamburger Prominenz dieses Fest verbracht hat. Mit Freunden und Familienangehörigen aus aller Welt – darunter neben Dänen, Syrern, Portugiesen auch Emsländer – feierte und tanzte Yared Dibaba­ bis in die Morgenstunden ins neue Jahr. „Es war sowohl kulinarisch als auch von den Leuten her sehr vielfältig“, sagte der Moderator und Sänger. Aber das passe auch gut zu seinem neuen Album, das er für dieses Jahr plane. „Es soll ,Kuddelmuddel‘ heißen“, sagt Dibaba. Ganz aktuell hat am 1. Januar sein Club „Uwe“ am Spielbudenplatz aufgemacht, den er mit drei Freunden betreibt. Dort gibt es auch „Kuddelmuddel“: eine Mischung aus Musik, plattdeutschen Vorführungen und Comedy. Ein ruhiges Silvester – aber nicht ganz freiwillig – hatte Budni-Chef Cord Wöhlke.

Der Unternehmer verbrachte den Jahreswechsel im Bett. Eine schwere Erkältung hatte ihn erwischt. „Wir haben mit Ingwertee angestoßen“, erzählte Ehefrau Gaby Wöhlke. In großer Runde verbrachte Eugen Block Silvester. Gemeinsam mit seiner Frau Christa feierte der Unternehmer im Grand Elysée an der Rothenbaumchaussee. Das Luxushotel gehört ihm. Dort amüsierten sich rund 1500 Gäste. Das Motto lautete „Große Nacht“. Die Restaurants und der Ballsaal waren festlich geschmückt, es wurden rund 600 Flaschen Champagner ausgeschenkt. Tanzprofi Isabel Edvardsson und ihr Ehemann Marcus Weiß präsentierten schwungvolle Paartänze. Unter den Gästen war auch Schauspielerin Sandra Quadflieg.. Direktor André Vedovelli und rund 300 Mitarbeiter sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

Vier-Jahreszeiten-Direktor Ingo C. Peters und seine Frau Christiane hatten auch ein „volles Haus“. In der Nobelherberge mit Blick auf die Binnenalster feierten rund 300 Gäste. In der Wohnhalle gab es Livemusik, der DJ in der Bar vom Nikkei Nine legte bis in die frühen Morgenstunden auf.

Einen musikalischen Abend hatte Hubert Neubacher. „Für mich war klar, dass ich in der Nähe meiner Schiffe bleibe. Die gesamte Flotte ist zum Jahreswechsel mit Gästen auf der Elbe unterwegs gewesen“, sagte der Chef von Barkassen-Meyer. Den Abend verbrachte er zusammen mit Freunden aus Salzburg und Lebensgefährte Norbert Wiwianka bei „My Fair Lady“ in der Elbphilharmonie. Später genossen sie auf der Plaza den Blick auf die Elbe und die Hamburger Skyline. „Vor allem das Einläuten des neuen Jahres um Mitternacht durch die vielen Typhone der Schiffe ist für mich nach wie vor etwas ganz Besonderes. Ohne das kann ich mir einen Jahreswechsel gar nicht mehr vorstellen“, sagte der gebürtige Österreicher Neubacher.

Mit Freunden hat Kristina Tröger, Präsidentin des Clubs europäischer Unternehmerinnen (CeU), den Jahreswechsel auf einem Wasserschloss in Niedersachsen verbracht. „Unsere Silvester-Tradition – seit mehr als einem Vierteljahrhundert.“ Natürlich war auch ihr Ehemann Ulrich dabei. Im neuen Jahr freuen sich die Netzwerkerinnen auf viele politische Diskussionen: Am 23. Februar ist Bürgermeister Peter Tschentscher beim Club zu Gast, und schon am 4. Februar diskutieren die Hamburger Unternehmerinnen mit der Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt, Dorothee­ Bär.

Pianist Alexander Krichel hatte bereits im Juli seinen Lebensmittelpunkt aus London zurück nach Hamburg verlegt, doch erst zu Silvester gab es eine Einweihungsparty in seiner neuen Wohnung in der HafenCity. Mit 18 Freunden und Verwandten wurde bis 5 Uhr morgens gefeiert – ohne eigenes Böllern, dafür mit Premiumblick vom Dach auf das von Raketen erleuchtete Hamburg. Schon direkt nach der Brexit-Abstimmung hatte der 30-Jährige mit der Suche nach einer Immobilie mit einem besonderes Extra begonnen: Um üben zu können, ohne die Nachbarn zu stören, sollte ein Raum absolut schalldicht sein. Diesen Traum hat er sich erfüllt, kein Problem also, wenn es ihn jetzt auch mal morgens um drei an den Flügel zieht, etwa um (wie derzeit) Rachmaninows „Rhapsodie über ein Thema von Paganini“ einzustudieren. Am 23. Februar spielt Alexander Krichel wieder in der Elbphilharmonie, es gibt noch (wenige) Karten.

Trotz der Böller-Diskussion fackelte Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg, auf der Eppendorfer Landstraße ein „klitzekleines Feuerwerk“ ab.

Viele Hanseaten zog es unterdessen in die Ferne. In der Karibik an Bord eines Kreuzfahrtschiffes verbrachte PR-Unternehmerin Brita Segger einen entspannten Jahreswechsel. Passend zum Urlaubsfeeling wurde um Mitternacht mit einem Kokosnuss-Cocktail angestoßen. In Miami (USA) begrüßten Star-Gastronomin Cornelia Poletto und ihr Mann, Ex-Bahnchef Rüdiger Grube, bei angenehmen Temperaturen das neue Jahr.