Großkontrolle

Alkohol und Drogen: Polizei stoppt 467 Autos in Hamburg

Die Polizei kontrolliert am Donnerstag Autofahrer in Hamburg.

Die Polizei kontrolliert am Donnerstag Autofahrer in Hamburg.

Foto: Andre Zand-Vakili

Bei einer zwölfstündigen Kontrolle wurden auch Besucher der Weihnachtsmärkte überprüft – so viele mussten den Führerschein abgeben.

Hamburg. Bei einer groß angelegten Verkehrskontrolle hat die Polizei am Donnerstag zahlreiche Autofahrer überprüft. Schwerpunkt war Alkohol und Drogen im Straßenverkehr. Insbesondere in der Zeit von Weihnachtsfeiern und Weihnachtsmärkten kommt es für die Polizei erfahrungsgemäß immer wieder zu Verstößen. Zwölf Stunden kontrollierten 85 Beamten im gesamten Stadtgebiet Autofahrer. Dafür wurden zwei stationäre Kontrollpunkte an der Jungiusstraße (Hamburg-Neustadt) sowie der Rennbahnstraße (Hamburg-Horn) eingerichtet. Zudem waren zahlreiche Streifenwagen-Besatzungen unterwegs, die gezielt Autofahrer stoppten.

Laut einer Polizeisprecherin wurden 467 Autos angehalten und 498 Insassen überprüft. Bei nur etwa jedem 33. Autofahrer bestand der Verdacht auf Alkohol- oder Drogenkonsum. Von den 14 Autofahrern mussten zehn ihren Führerschein nach der Kontrolle abgeben.

0,3 Promille reichen für Strafverfahren

So wie ein 51 Jahre alter Autofahrer, der Polizisten auf dem Finkenwerder Ring aufgefallen war. Ein freiwillig durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,3 Promille. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen Verdachts der Trunkenheit im Straßenverkehr eingeleitet. Auch ein anderer 51 Jahre Autofahrer muss mit einem solchen Verfahren rechnen, obwohl er unter der Promille-Grenze von 0,5 geblieben ist.

Polizisten beobachteten, wie der Autofahrer auf dem Ausschläger Billdeich bei Rot über die Straße fuhr. Ein Atemalkohol-Test ergab einen Wert von 0,3 Promille. Weil ab 0,3 Promille auch ein Strafverfahren eingeleitet wird, wenn Ausfallerscheinungen zu beobachten sind oder ein massives Fehlverhalten nachgewiesen werden kann, wurde auch sein Führerschein eingezogen.

Berauschter Autofahrer fährt gezielt zur Polizei

In die Kategorie "Nicht besonders schlau" fallen zwei 28-Jährige. Einer der beiden wurde an der Rennbahnstraße aus dem Verkehr gezogen. Weil er keinen Führerschein besitzt, durfte er nicht mehr weiterfahren. Deswegen bestellte er seinen Schwager zu der Kontrollstelle. Als dieser mit einem Transporter vorfuhr und ausstieg, "konnten bei ihm Hinweise auf einen zeitnahen Konsum von Betäubungsmitteln festgestellt werden. Ein Drogenschnelltest reagierte positiv auf THC", so eine Polizeisprecherin.

An der Kontrollstelle Jungiusstraße beobachteten Polizisten, wie der Fahrzeugführer eines Pkw VW Polo den Platz mit seinem Beifahrer wechselte. Der ursprüngliche Fahrer stand deutlich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln. Auch er musste eine Blutprobe abgeben. Genauso wie ein 35-Jähriger, der zudem mit einem Strafverfahren wegen Drogenhandels rechnen muss.

Nach Verkehrskontrolle durchsuchte Polizei die Wohnung

Als Beamte seinen Golf stoppten, bemerkten sie deutlichen Marihuanageruch. "Ein Drogenschnelltest reagierte auch hier positiv auf THC", so die Polizeisprecherin. Bei der Durchsuchung des Golfs wurden anschließend rund 26 Gramm Marihuana und sieben Gramm Kokain sichergestellt. Weil der Verdacht bestand, dass es sich bei dem Mann um einen Drogendealer handeln könnte, wurde noch in der Nacht seine Wohnung in Henstedt-Ulzburg durchsucht.

Dort wurden weitere 350 Gramm Marihuana, Testosteron, eine Feinwaage sowie 3500 Euro mutmaßliches Dealgeld aufgefunden und sichergestellt. Weil keine Haftgründe vorlagen, wurde er nach erkennungsdienstlicher Behandlung wieder entlassen. Neben berauschten oder betrunkenen Autofahrern gingen den Beamten auch zahlreiche andere Verkehrssünder ins Netz. Unter anderem wegen Folgendem:

  • Fahren ohne Führerschein (6)
  • Weil sie telefoniert haben (4)
  • zu schnell waren (3)
  • ihre Autos technische Mängel hatten oder sie keine Papiere bei sich hatten (51)

In einem Fall ermittelt die Polizei auch wegen Verdachts des illegalen Fahrzeugrennens. Als der Fahrer eines VW Touareg aufgefordert wurde, an der Kontrollstelle Jungiusstraße anzuhalten, gab dieser Gas und flüchtete mit Tempo 100 über den Gorch-Fock-Wall in Richtung Karolinenviertel. Kurze Zeit später entdeckten Polizisten den verschlossenen Touareg an der Laeiszstraße. Das Auto wurde sichergestellt.