Hamburg

Frisenleger: So kreativ sind Friseure bei der Namenswahl

Sandra Fraser vor ihrem Salon Pony und Clyde in Hamburg-St Georg.

Sandra Fraser vor ihrem Salon Pony und Clyde in Hamburg-St Georg.

Foto: Roland Magunia / Roland Magunia/Funke Foto Services

Ob „Pony & Clyde“ oder „Hairreinspaziert“ – Friseure in Hamburg sind für ihre ausgefallenen Namen bekannt. Hier eine kleine Auswahl.

Hamburg. Natürlich hat Berlin mal wieder in Sachen anarchischer Kreativität gewonnen. Während Hamburg selbst bei den Bars und Restaurants auf dem Kiez eher kreuzbrav herüberkommt (na gut, „Grilly Idol“ ist schon echt lustig), schießen die Berliner in puncto Gewitztheit mal wieder den Vogel ab.

Die drei aus der völlig subjektiven Sicht der Redaktion lustigsten kommen aus der Hauptstadt: der „besorgte Burger“, ein Bulettenladen, der sich ironisch mit der häufig von Rechten geäußerten Sicht, man dürfe ja gar nix mehr sagen, auseinandersetzt; auf Platz zwei folgt in Anlehnung an den unvergessenen Sänger der Band Queen „Freddy mehr Curry“, und schließlich hat die Hauptstadt noch unseren Allzeitfavoriten „Mädchen ohne Abitur“ zu bieten.

Auch andere Regionen haben schöne Rinder: In Frankfurt reüssiert ein Burgerladen mit dem Namen „Die Kuh, die lacht“. Immerhin: Bei kuriosen Namen für Friseursalons trägt Hamburgs Kampf gegen die kreative Langeweile Früchte. Ob „Die Haarburg“ in Harburg oder „Haarbacadabra“ – das Abendblatt hat die (vielleicht) lustigsten Namen mal zusammengestellt.


1. „Hairport

Eine Art sicherer Hafen für Haare verspricht dieser Salon zu sein. Und der große Konkurrent in Fuhlsbüttel ist mit zehn Kilometern Entfernung auch weit genug weg, sodass eine Verwechslungsgefahr ausgeschlossen werden kann. Von Passagieren, äh, Kunden, die eigentlich per Flieger an den Strand wollten, aber tatsächlich nur eine neue Strandmatte bekamen, ist jedenfalls nichts bekannt.

„Hairport“, Max-Brauer-Allee 168, Altona


2. „Pony & Clyde

Kennen Sie den? Kommt ein Cowboy vom Friseur – Pony weg! Sorry, der musste einfach sein. Zumindest bei dieser Steilvorlage. Hintergrund der Namenskreation ist, dass Inhaberin Sandra Fraser und ihr Partner im Freundeskreis nur „Bonny und Clyde“ genannt wurden. Als dann ein Name für den Friseursalon gefunden werden musste, haben sie aus dem B dann einfach schnell ein P gemacht. Laut Fraser kommt der Name bei den meisten Kunden richtig gut an. Ob auch jüngere die Anspielung auf das legendäre Verbrecherduo verstehen würden? Ganz sicher ist sich die Inhaberin da auch nicht ...

„Ponny & Clyde“, Beim Strohhause 183, St. Georg


3. „Alles wird gut“

Wer als Schüler eine Arbeit versemmelt hat, wer nach der Trennung unter Liebeskummer leidet, wer sich als Kind beim Spielen die Knie aufgeschürft hat oder in steter Sorge lebt, dass wegen der Erderwärmung nun bald die Malaria in Hamburg heimisch wird, der bekam und bekommt häufig zu hören: Alles wird gut! Diese semantische Beruhigungspille verabreicht auch der Alles-wird-gut-Friseur, ansässig in Eimsbüttel, seinen Kunden vor dem maximal-invasiven Eingriff in die Haarpracht. Wir wissen: Der Schnitt verzückt, der Verschnitt macht verrückt. Damit auch das Chakra in die Balance kommt, feiert der Salon an jedem Sonnabend original indische Bräuche und verwandelt sich laut Eigendarstellung „in eine Bollywood-Oase“. Wir hätten da noch eine Idee für eine spontane Namens-Umtaufe am Wochenende: Wie wäre es mit Haare Krishna?

„Alles wird gut“, Methfesselstraße 35, Eimsbüttel


4. „Haarpunzel“

Haarpunzel, Haarpunzel, lass dein Haar herunter? Oder wie war das noch gleich? Auch hier haben sich die Inhaber von einem berühmten Vorbild inspirieren lassen. Die Märchenfigur passt schließlich auch inhaltlich, zumindest spielen Haare ja in dem Grimm-Klassiker durchaus eine Rolle. Gut, freiwillig wäre Rapunzel wohl eher nicht zum Friseur gegangen, doch am Ende waren die Haare dann trotzdem ab. Aber was soll’s? Ist ja nur ein Märchen ...

„Haarpunzel“, Ernst-Bergeest-Weg 59, Marmstorf

5. und 6. „Kamm in“ und „Hairreinspaziert“
Die Parfümerie-Kette Douglas schrieb mit ihrem Slogan „Come in and find out“ einst Werbe-Desaster-Geschichte. Denn bei manchen Zeitgenossen klang das wie „Komm rein und finde wieder raus“. Überhaupt nicht missverstehen lassen sich die Namen dieser beiden Friseursalons – offenbar Brüder im Geiste: „Hairreinspaziert“ in Hohenfelde und „Kamm in“ in der Neustadt. Und wer hairreinspaziert, spaziert auch irgendwann wieder hairraus, ganz bestimmt mit „einem Lächeln im Gesicht“, wie die Website treuherzig flötet. Gleiches gilt sicher auch für „Kamm in“ – besonders nach Feierabend. Denn dann wird der Friseursalon regelmäßig zum Livemusik-Club. Music-Session im „Kamm in“? Da sagen wir: kiek an!

„Kamm in“, Brüderstraße 2/ „Hairreinspaziert“, Mühlendamm 59, Hohenfelde


7. „Haarbracadabra“

Haarbracadabra, Simsalabim! Ist da Hexerei im Spiel? Das vielleicht nicht, aber spirituell geht es hier trotzdem zu. Jedenfalls handelt es sich bei Haarbracadabra nach eigenen Angaben um einen sogenannten Naturfriseur, bei dem altem Wissen über die Wirkung verschiedener natürlicher Substanzen „neues Leben eingehaucht“ werden soll. Kurz gesagt: Haare weg und Stress gleich mit! Einfach magisch!

„Haarbracadabra“, Wandsbeker Chaussee 257, Wandsbek


8. „Frisenleger

Waschen, schneiden, legen gehört zum Friseurhandwerk wie das Schleifen, Fugen und Bohren zum Handwerk des Fliesenlegers. Der Salon „Frisenleger“ hat sich mit dem Wortspielchen mal an der Kombination beider Gewerbe versucht – und sich damit en passant das Positiv-Image der Fliesenleger als präzise Millimeter-Arbeiter zunutzegemacht. Sicherlich hatten die Betreiber bei der Namensgebung die „Frise“, also die Frisur“, vor Augen. Einen Friesen wollen sie gewiss nicht (um-)legen. Hoffen wir doch jetzt mal.

Frisenleger, beim Grünen Jäger 21, St. Pauli


9. „Natahaari“

Vielleicht war die Überlegung so: Die niederländische Tänzerin Mata Hari galt ja als Meisterin der Inszenierung, und eine Friseur setzt die Haare schließlich auch meisterhaft in Szene ... Ach, lassen wir das! So oder so gibt’s für Natahaari volle Punktzahl. Übrigens jeweils für Nata und für Haari.

„Natahaari“, Lindenstraße 17, St. Georg


10. „Scher Zone

Schering is caring – oder wie heißt es noch? Obwohl hier im handwerklichen Sinne wohl doch eher die Schere gemeint ist, mit denen die Haare der Kunden bearbeitet werden. Wie dem auch sei: Die Scher Zone an der Bahrenfelder Straße gilt einigen Foren-Einträgen zufolge als der beste Friseur Altonas.

„Scher Zone“, Bahrenfelder Straße 212, Ottensen


11. „Haar-Scharf“

Dieses Wortspiel erfreut sich auch über Hamburg hinaus großer Beliebtheit. Wer „haarscharf“ in eine bekannte Suchmaschine eingibt, der klickt sich jedenfalls durch mehrere Hundert Einträge. Ganz haargenau haben wir allerdings nicht nachgezählt. Nur so viel: In Hamburg gibt es drei. MindestensB...

„Haar-Scharf“, Quartier 21, Frahmredder 1 und Poppenbütteler Bogen 17B