Erste Hilfe

Zwei Schulstunden pro Jahr für Wiederbelebungstraining

Schüler in den Messehallen beim Wiederbelebungstraining.

Schüler in den Messehallen beim Wiederbelebungstraining.

Foto: Axel Heimken / dpa

Aktion der durch die Weltgesundheitsorganisation geförderten Initiative „Kids save lives“ in der Hamburger Messe.

Hamburg. Die 13-jährige Helene rüttelt vorsichtig das Gesicht der am Boden liegenden Anne. Keine Reaktion. Auch keine Atmung. Im Ernstfall würde Helene jetzt Erwachsene zu Hilfe rufen oder die 112 wählen, was diesmal jedoch nicht nötig ist. Anne ist eine von gut 150 Plastikpuppen, die vor ebenso vielen Siebtklässlern bei der durch die Weltgesundheitsorganisation geförderten Initiative „Kids save lives“ am Dienstag in einer Halle der Hamburger Messe liegen.

Bernd Böttiger von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin hält solche Übungen für so wichtig, dass er sie gern an deutschen Schulen etablieren würde: zwei Stunden Wiederbelebungstraining jedes Jahr ab der siebten Klasse. „Das ist eine Empfehlung der Kultusministerkonferenz seit 2014 und in Deutschland ist sie noch immer nicht flächendeckend umgesetzt“, sagt er.

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Wenn Laien sofort mit einer Herzdruckmassage begännen, würde sich die Überlebensrate verdreifachen. Tausende Menschen könnten laut Böttiger jedes Jahr in Deutschland gerettet werden, wenn die Herzdruckmassage von Kindern genauso erlernt werde wie Fahrradfahren. In Hamburg hat in diesem Schuljahr, fünf Jahre nach der Empfehlung, ein Pilotprojekt begonnen: Schulen bekommen laut Schulbehörde verschiedene Unterrichtsmodule bereitgestellt, um Wiederbelebung mit den Schülern zu trainieren.