Hamburg

Tempo 30 in der Martinistraße – Grün-Rot stellt Antrag

Thorsten Schmidt ist wie viele andere Radfahrer auf der Martinistraße unterwegs.

Thorsten Schmidt ist wie viele andere Radfahrer auf der Martinistraße unterwegs.

Foto: Reiffert/GRÜNE

Forderung von Bürgerinitiative aufgegriffen. Neuer Schritt zu Straßenumgestaltung: Radfahrer und Fußgänger im Fokus.

Hamburg. Die Forderung einer Bürgerinitiative, in der Martinistraße eine Tempo-30-Zone vor Schulen, Kitas, Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern einzurichten, wurde von den Grünen und der SPD aufgegriffen. Ein im Regionalausschuss beschlossener Antrag an die Bezirksversammlung Hamburg-Nord soll die Martinistraße für Radfahrer attraktiver machen – unter anderem durch Tempo 30.

Zuletzt hatten Schulklassen und Kitagruppen gemeinsam mit 50 Erwachsenen für die Einführung einer Tempo-30-Begrenzung demonstriert. Veranstalter der Demonstration war das Quartiersnetzwerk "Martini erleben". Obwohl die Martinistraße alle Kriterien dafür erfüllt, wurde der Antrag von der Straßenverkehrsbehörde abgelehnt. Sie begründet dies mit der Bedeutung des Busverkehrs, der schneller als 30 Kilometer pro Stunde fahren müsse, um die Fahrpläne einzuhalten, so der Veranstalter damals.

Fokus des Tempo-30-Antrags: Radfahrer und Fußgänger

Der Antrag der Fraktionen ist ein neuer Schritt, der besonders Radfahrer und Fußgänger in den Fokus stellt. Das Überqueren der Straße soll durch Tempo 30 erleichtert und die Gehwege zudem barrierefrei werden. Dazu zählen Leitsysteme für sehbehinderte Menschen und eine festgesetzte Mindestbreite des Gehwegs, um Rollstuhlfahrern zu ermöglichen, aneinander vorbeizufahren.

Thorsten Schmidt, stellvertretender Vorsitzender der Grünen Bezirksfraktion und verkehrspolitischer Sprecher: „In der Martinistraße wurden über 5000 Radler am Tag gezählt – im Januar! Damit ist sie eine der am meisten vom Radverkehr genutzten Straßen in unserem Bezirk." Das sei ein Grund für die geforderte Neugestaltung der Martinistraße. Außerdem müssten Wege in der Nähe eines Krankenhauses und des barrierefreien Musterquartiers mit Wohnstiften leicht zu bewältigen sein, so Schmidt.