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Razzia gegen Schwarzarbeiter auf Hamburgs Weihnachtsmärkten

Rund um die Petrikirche wurden zwölf Fälle aufgedeckt. Manche Betreiber zahlen auch keinen Mindestlohn.

Hamburg. Kaum hatte der Weihnachtsmarkt an der Petrikirche mit Ständen an der Mönckebergstraße geöffnet, rückten die Ermittler an. 50 Beamte des Hamburger Hauptzollamtes fahndeten nach Sozialbetrügern – und wurden fündig.

Bei der Razzia am Montag habe der Zoll ein Dutzend Fälle von Schwarzarbeit aufgedeckt, sagte Kristina Severon, Sprecherin des Hauptzollamtes. Zwölf Arbeitnehmer erhalten demnach Leistungen vom Jobcenter (Hartz IV), ihren Zuverdienst hatten sie jedoch nicht angezeigt. Dazu sind sie laut Sozialgesetzbuch aber verpflichtet, der Zuverdienst wird auf die Grundsicherung angerechnet. Erhärte sich der Verdacht, drohe den Schwarzarbeitern ein Bußgeld oder ein Strafverfahren wegen Leistungsmissbrauchs, so Severon.

Insgesamt seien 57 Arbeitnehmer und selbstständige Gewerbetreibende in 32 Betrieben angetroffen und überprüft worden.

Marktbetreiber drückten Löhne

Zudem hatten einige Standbetreiber offenbar die Löhne gedrückt. „Es ergaben sich in sieben Betrieben Anhaltspunkte dafür, dass der Mindestlohn nicht gezahlt wird“, sagte Severon. Der liegt zurzeit bei 9,19 Euro pro Stunde. Betroffen seien Servicekräfte, die etwa Glühwein ausschenken oder Speisen verkaufen. Konkrete Zahlen konnte das Hauptzollamt jedoch nicht nennen – man sei noch in der Auswertung der Angaben und der Geschäftsunterlagen.

„Solche Fälle gibt es bei uns nicht. Hier gibt es weder Schwarzarbeit noch Betreiber, die den Mindestlohn nicht zahlen“, sagt Heide Mombächer, Sprecherin des historischen Weihnachtsmarktes am Rathaus (75 Stände). „Wer dennoch dagegen verstoßen sollte, der kann sich sicher sein, im nächsten Jahr, keinen Pachtvertrag mehr zu erhalten.“

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Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls hat im Vorjahr 960 Arbeitgeber in Hamburg überprüft. Dabei wurde eine Schadenssumme von 11,6 Millionen Euro ermittelt, der Zoll leitete 2421 Strafverfahren ein. In den meisten Fällen waren Sozialabgaben hinterzogen worden. Ob weitere Razzien folgen, sei noch nicht klar. „Es kann gut sein, dass noch andere Weihnachtsmärkte von uns durchsucht werden“, sagte Zollsprecherin Severon.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels hatten wir irrtümlich berichtet, die Razzia sei auf dem Weihnachtsmarkt an der Spitalerstraße erfolgt.