Hamburg

187 Strassenbande: Ins Wettbüro mit 50.000 Euro Bargeld

Gzuz auf der Bühne. Der Hamburger 187-Strassenbande-Rapper mag es auch privat, wenn man zu ihm aufschaut.

Gzuz auf der Bühne. Der Hamburger 187-Strassenbande-Rapper mag es auch privat, wenn man zu ihm aufschaut.

Foto: picture alliance

Maxwell und Gzuz zocken Fifa, es geht um viel Geld. Der Wettgewinn wird spontan in die Champions League investiert.

Hamburg. "Wenn Rapper Langeweile haben...", dann machen sie ein Instagram-Video: Gzuz und Maxwell von der 187 Strassenbande sitzen vor der PlayStation und zocken Fifa, Bayern gegen Tottenham. Maxwell spielt die Münchener, Gzuz die Londoner. Und wie es sich für Gangstarapper gehört, spielt man um Geld, viel Geld: 25.000 Euro hat jeder gesetzt, das Geld liegt in bar auf dem Glastisch im Wohnzimmer.

Wenig später ist Gzuz ziemlich angefressen, denn Maxwell hat ihn mit 3:1 geschlagen. Der Controller muss dran glauben, "ein kleines Opfer" in Anbetracht von 25.000 verlorenen Euro, wie Maxwell richtig feststellt.

187 Strassenbande mit einer Tasche voller Bargeld

Was aber macht man am Abend mit einem großen Stapel Bargeld in – wie es die Polizei in Anbetracht der zum Gutteil mit Gummibändern zusammengehaltenen 20- und 50-Euro-Scheine wohl formulieren würde – "szenetypischer Stückelung"? Richtig, man investiert. In eine Wette auf das anstehende Champions-League-Spiel der Bayern gegen Tottenham am 11. Dezember.

Mit einer Sporttasche voller Geldscheine kreuzen die Rapper in einem Wettbüro auf. Gzuz kriegt sich vor lauter Gelächter kaum wieder ein, dass Maxwell den gesamten Pott sofort wieder einsetzen will. Der Mann hinterm Tresen bleibt erstaunlich cool dafür, dass gerade ein Gutteil der 187 Strassenbande bei ihm aufgetaucht ist und 50.000 Euro in bar auf ein Spiel der Bayern setzen will: Er erklärt geduldig, dass er die Scheine kurz auf Echtheit überprüfen muss, dann könne es losgehen.

Maxwell, Gzuz und der Wettschein

Einen Video-Schnitt später ist er wieder da, alles hat seine Ordnung: "Soll ich abfeuern?" "Feuer ab, Diggi!" Der Wettschein rattert aus dem Drucker – mit dem geschulten Millenial-Sinn für Datenschutz natürlich so, dass man Namen und Adresse nicht lesen kann. Auch nicht zu erkennen: der tatsächliche Wetteinsatz. Vielleicht ist den Herren das hart verdiente (*hüstel*) Geld dann doch zu schade, um es für eine Fußballwette auf den Kopf zu hauen. Letztes Bild: Maxwell, Gzuz und der Wettschein lächeln freundlich in die Kamera.

Falls Maxwell richtig liegen sollte und tatsächlich mindestens vier Tore im Spiel fallen (und falls er tatsächlich 50.000 Euro gesetzt hat), hätte er seinen ursprünglichen Einsatz von 25.000 Euro fast vervierfacht: Abzüglich Steuern und Gebühren bekäme er 95.000 Euro.