Wohnen in Hamburg

Hamburger Mietenspiegel 2019: Preissteigerung halbiert

Die Mietpreise in Hamburg sind erneut gestiegen – aber viel weniger stark als zuvor.

Die Mietpreise in Hamburg sind erneut gestiegen – aber viel weniger stark als zuvor.

Foto: dpa/Hauke Christian Dittrich

Mietpreise steigen weniger stark. Senatorin spricht von "guter Nachricht", Mieterverein sieht "keinen Grund zur Entwarnung".

Hamburg. Der Anstieg der Mieten in Hamburg hat sich in den vergangenen Jahren weiter fortgesetzt – wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau. Die durchschnittliche Nettokaltmiete ist zwischen 2017 und 2019 auf 8,66 Euro pro Quadratmeter gestiegen: ein Plus von 2,6 Prozent. Im Zeitraum zwischen 2015 und 2017 war der Anstieg mit 5,2 Prozent noch doppelt so hoch.

Das geht aus dem aktuellen Mietenspiegel hervor, den Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) am Dienstag vorgestellt hat. Stapelfeldt zeigte sich erfreut darüber, dass die Mieten weniger stark gestiegen sind: "Das ist eine gute Nachricht für alle Hamburgerinnen und Hamburger und ist im bundesweiten Städtevergleich ein sehr guter Wert."

Hamburger Mietenspiegel: Überblick seit 1976

Im Vergleich mit den allgemeinen Lebenshaltungskosten (+3,3 Prozent) sind die Mieten weniger stark angestiegen.

Der Hamburger Mietenspiegel erscheint seit 1976 alle zwei Jahre. Er gibt einen Überblick über die ortsübliche Vergleichsmiete. Er berücksichtigt allerdings nur Mieten, die in den vergangenen vier Jahren neu vereinbart oder erhöht wurden, nicht den gesamten Bestand.

Mieterverein: "Kein Grund zur Entspannung"

„Das bisherige Vorgehen des Senats konnte offenbar dazu führen, dass der Mietenanstieg sich verlangsamt hat. Trotzdem gibt es keinen Grund zur Entspannung“, sagt Siegmund Chychla, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg. Der Anstieg der Mieten führe dazu, dass Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen nach wie vor große Probleme auf dem Wohnungsmarkt haben würden.

"Wir appellieren an alle Mieterinnen und Mieter in Hamburg, keine Mieterhöhung ungeprüft zu akzeptieren", so Chychla weiter. Unberechtigte Erhöhungen schädigten nicht nur den Mieter selbst, sie flössen auch in den Mietenspiegel ein und seien "damit ursächlich für den starken Anstieg der ortsüblichen Miete in Hamburg".

Was der Mieterverein vom Hamburger Senat fordert

Konkret fordert der Mieterverein folgende Maßnahmen: den Neubau von jährlich 10.000 Wohnungen in Hamburg zu verstetigen, die Zahl der gebauten preisgedämpften und Sozialwohnungen auf 6000 Einheiten zu erhöhen, weitere soziale Erhaltungs- und Umwandlungsverordnungen zu erlassen, um Mieterhaushalte vor einer Verdrängung zu schützen und gezielt Vorkaufsrechte auszuüben, um Grundstücksspekulationen vorzubeugen.

Vom Hamburger Senat fordert der Mieterverein, dass sich dieser auch auf Bundesebene für mehr Mieterschutz einsetzt, etwa durch eine weitere Verschärfung der Mietpreisbremse, eine gesonderte Ausweisung des Möblierungszuschlags bei möblierten Wohnungen und weitere Reduzierung der bei der Modernisierung zulässigen Mieterhöhung.