Messe

Hamburger Reiseexperten: Die USA boomen – trotz Trump

Sonnenuntergang am Mucky Duck am Strand von Captiva Island (Florida): Die USA sind bei Touristen äußerst beliebt (Archivbild).

Sonnenuntergang am Mucky Duck am Strand von Captiva Island (Florida): Die USA sind bei Touristen äußerst beliebt (Archivbild).

Foto: HA/Rybarczyk

Zwei Millionen Deutsche buchen Urlaub in den USA – dem Partnerland der Hamburger Reisemesse 2020. Die Trends.

Hamburg. Der Hamburger Reiseveranstalter Canusa sieht für das laufende Jahr und für 2020 einen anhaltenden Trend für Reisen in die USA und nach Kanada. In 2018 und voraussichtlich auch in diesem Jahr werde die Marke von zwei Millionen deutschen Amerika-Touristen erreicht, sagte Canusa-Inhaber Tilo Krause-Dünow bei der Präsentation der Pläne für die Hamburger Messe Reisen 2020, deren Partnerland die USA sind. Die Messe vom 5. bis 9. Februar fällt in diesem Jahr in den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf, in dem sich Donald Trump um eine zweite Amtszeit bewirbt.

Und obwohl Trump in Europa und bei den Deutschen einen katastrophalen Ruf genießt, wirkt sich das nicht auf das Reiseverhalten aus. Im Gegenteil: Krause-Dünow sagte, die Deutschen wollten in den USA auch abseitige Ziele entdecken und gäben deutlich mehr Geld dafür aus. Bei den Übernachtungen schauen die Reisenden nicht mehr auf die günstigen Motels, sondern buchen komfortable Hotels zu höheren Preisen.

Hamburger geben auf Youtube-Kanal Tipps

Nicht einmal der ungünstige Dollar-Kurs habe einen Einfluss auf das Reiseverhalten oder den Qualitätsanspruch. „Das hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert“, sagte der USA-Reiseexperte. Früher seien schon bei Schwankungen von 8 Pfennig oder Cent pro Dollar die Buchungen zurückgegangen. Auch hätten die Anschläge von 9/11 im Jahr 2001 sowie der Irak-Krieg später zu niedrigen Reisezahlen geführt. Seit einigen Jahren jedoch jetten rund zwei Millionen Deutsche zum Urlaub über den Atlantik.

Auch wenn sich nach wie vor viele im Internet informieren, buchen die Touristen bei USA-Reisen bevorzugt im Reisebüro. Das habe, so Krause-Dünow, auch mit Ereignissen wie der Pleite von Thomas Cook zu tun sowie einer allgemeinen Ungewissheit über die Seriösität und Sicherheit von Webangeboten. Canusa selbst ist seit zehn Jahren bei Youtube, Facebook (75.000 Fans) und Instagram mit Tipps und Angeboten unterwegs. Im Youtube-Kanal geben die Hamburger auch filmische Tipps, wie man ein Esta-Formular für die US-Reise ausfüllt oder den Mietwagen tankt.

Trumps Staatsmann-Foto am Eingang des Generalkonsulats

Bei der Präsentation verschiedener US-Reiseziele im Generalkonsulat an der Alster waren die Klassiker vertreten wie Florida und Kalifornien. Es gab aber auch Spezialanbieter, die zum Beispiel Touren durch den musikalisch und kulinarisch vielfältigen Süden anbieten. Donald Trumps offizielles Staatsmann-Foto hängt gleich am scharf bewachten Eingang des Generalkonsulats an der Alster. Der neue Generalkonsul Darion Akins wirkte in seiner Lässigkeit so gar nicht wie ein Mitglied der Trump-Administration. Wird der Präsident im November 2020 wiedergewählt, dürfte er in Hamburg bleiben und sein neunmonatiger Crashkurs in Deutsch wäre nicht für die Katz.