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Auszeichnung: Das sind die besten Kreuzfahrtschiffe

Die AIDAprima in Hamburg

Die AIDAprima in Hamburg

Foto: Michael Rauhe

Auf dem Kreuzfahrt Kongress in Hamburg wurden die "Kreuzfahrt Guide Awards" vergeben. Mit dabei: "Europa 2", „Mein Schiff 2“ und „Aidaprima“.

Hamburg.  Kreuzfahrten sind nach wie vor eine beliebte Urlaubsform, mehr als zwei Millionen Passagiere aus Deutschland gehen jedes Jahr an Bord. Allerdings sind mittlerweile nicht mehr nur die angebotenen Routen, die Ausstattung der Kabinen und der Service an Bord heiß diskutierte Themen, es geht bei der Betrachtung der Branche zunehmend auch um Fragen der Nachhaltigkeit, also um die Energieversorgung in Häfen, den Massentourismus („Overtourism“) und die Antriebstechnik auf See.

Die Veranstalter des Kreuzfahrt Kongresses in Hamburg haben dem Gegenwind, der Kreuzfahrern zurzeit vor allem medial und in sozialen Netzwerken ins Gesicht weht, Rechnung getragen und die Programmpunkte „Landstrom“ und „Emissionen“ zu zentralen Punkten ihrer Podiumsdiskussionen gemacht.

Kreuzfahrtbranche muss sich wandeln

Dabei wurde am Montag deutlich, dass Werften, Reedereien, Behörden und Naturschützer einig sind, dass sich die Branche wandeln muss und auch wandeln wird – der Umbau in Sachen Ökologie und Klimaschutz aber keine Frage von fünf oder zehn Jahren ist, sondern durchaus 30 Jahre dauern kann. Denn so lange ist ein neues Schiff im Einsatz, bevor es außer Dienst gestellt wird.

Dennoch gilt die Kreuzfahrtbranche – und das betonten auch kritische Experten wie Malte Siegert vom Naturschutzbund Deutschland – innerhalb des weltweiten Schiffsverkehrs als Vorreiter, weil die durch öffentlichen Druck erzeugte Innovationsbereitschaft zurzeit eine Reihe neuer Ansätze mit sich bringt. So investieren zum Beispiel Aida, Costa, Tuicruises und MSC in Schiffe, die mit schadstoffarmem Flüssiggas betrieben werden können, welches zunächst aus fossilen Quellen stammt, sich aber auch synthetisch und klimaneutral aus Windstrom, Wasserkraft oder organischen Abfällen erzeugen ließe.

Zudem werden nun mehr Schiffe auf Landstromversorgung umgerüstet, auch experimentiert man schon mit Hybridantrieben (Hurtigruten) sowie Brennstoffzellen zur Stromversorgung an Bord, etwa bei Aida (ab 2021 im Probebetrieb).

Weitere Beispiele für ein Umdenken sind die CO2-Kompensationen von MSC, die ab 2020 für alle Fahrten erfolgen soll, und der freiwillige Umstieg auf schwefelarmen Marinediesel etwa bei Hapag-Lloyd und Plantours mit der „MS Hamburg“.

Preis in Hamburg verliehen

Der Kongress endete wie in den Vorjahren mit der Verleihung der „Kreuzfahrt Guide Awards“ für die besten Schiffe des Jahres. Im Jahr 2019 ganz vorne sind „Nieuw Statendam“ von Holland America Line für das beste Info- und Entertainment, die „Mein Schiff 2“ von Tuicruises für das beste Sport- und Wellness-Angebot, die „Aidaprima“ von Aida Cruises als bestes Schiff für Familien, die „MS Europa 2“ von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten für die beste Gastronomie, das Segelschiff „Sea Cloud“ von Sea Cloud Cruises für den besten Service, die „MS Hamburg“ von Plantours Kreuzfahrten für das beste Routing und das Nil-Schiff „Dahabeya“ von Phoenix Reisen als Flussschiff des Jahres.

Ein Sonderpreis der 14-köpfigen Jury ging an die „MS Viola“ – ebenfalls von Phoenix Reisen – besonders für soziales Engagement, festgemacht an der Unterstützung mobilitätseingeschränkter Passagiere. Der „Kreuzfahrt Guide“ erscheint einmal jährlich, kostet 16,80 Euro und hat 310 Seiten.