18 Forderungen

Verband: Politik macht zu wenig für Tourismus in Hamburg

Touristen haben im vergangenen Jahr rund acht Milliarden Euro in Hamburg ausgegeben (Symbolbild).

Touristen haben im vergangenen Jahr rund acht Milliarden Euro in Hamburg ausgegeben (Symbolbild).

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Zur Bürgerschaftswahl hat der Verband einen Forderungskatalog erarbeitet. Seine Kritik: Bedeutung des Tourismus wird unterschätzt.

Hamburg. Der Tourismusverband Hamburg, der mehr als 1000 Mitglieder zählt, hat den Auftakt des Bürgerschaftswahlkampfes zum Anlass genommen, einen Forderungskatalog zu erstellen. Die 18 Handlungsempfehlungen richten sich an den Senat und die in der Bürgerschaft vertretenen Parteien. Im Mittelpunkt steht dabei die Bedeutung des Tourismus für alle Hamburger.

"Tourismus ist eine Querschnittsbranche, die viele Lebensbereiche der Hamburgerinnen und Hamburger beeinflusst“, sagte Norbert Aust, Vorstand des Tourismusverband Hamburg, am Dienstag. „Tourismuspolitik muss deshalb Teil der Kultur-, Stadtentwicklungs- und Infrastrukturpolitik sein."

Verband: Bedeutung des Tourismus oft unterschätzt

Um die Bedeutung des Tourismus in Hamburg zu verdeutlichen, nennt der Verband auch einige Zahlen: Acht Milliarden Euro haben die Gäste im vergangenen Jahr in Hamburg ausgegeben. Damit wurden rund 2,6 Milliarden Euro an Steuern eingenommen, heißt es in der aktuellen Mitteilung des Verbandes. "Im Hamburger Landeshaushalt verblieben davon etwa 600 Millionen Euro." Das sei doppelt so viel wie der gesamte Kulturetat der Hansestadt.

Und: Allein in Hamburg sind fast 90.000 direkte und indirekte Beschäftigte in der Tourismus-Branche tätig. Gleichzeitig beklagt der Verband, dass die Wertschätzung für die Bedeutung des Tourismus in Hamburg noch nicht überall gegeben sei. Anders als der Hafen sowie die Digital- oder Gesundheitswirtschaft werde die Tourismuswirtschaft oft unterschätzt. Vor dem Hintergrund, dass der Tourismus jährlich rund acht Milliarden Euro erwirtschaftet und damit zu den wichtigsten Bereichen der Hamburger Wirtschaft gehört, ist dies nicht nachvollziehbar, kritisieren die Vertreter der Tourismuswirtschaft.

"Es bleibt noch vieles zu tun, um Image der Stadt auszubauen"

Auch Hamburgs neues Wahrzeichen, die Elbphilharmonie, wird in dem Papier thematisiert. Mit der Elbphilharmonie sei Hamburg auf der Liste wichtiger Städte nach vorne gerückt. Weiter heißt es jedoch: "Es bleibt aber noch vieles zu tun, um die internationale Bekanntheit und das Image der Stadt weiter auszubauen."

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Die nun 18 konkreten Handlungsforderungen an die Politik sollen die Grundlage für eine weiter prosperierende Tourismuswirtschaft in Hamburg sein. "Davon profitieren nicht nur die Touristen und die Tourismuswirtschaft, sondern alle Hamburgerinnen und Hamburger", heißt es in der Mitteilung des Tourismusverbandes.

Die 18 Forderungen des Tourismusverbandes:

  • 1. Erarbeitung und Abstimmung eines Masterplans für die Innenstadt
  • 2. Räumliche und zeitliche Optimierung der Veranstaltungsplanung
  • 3. Zusammenfassung der Mobilitätsangebote mit allen relevanten Akteuren und Aufbereitung des Gesamtangebots für Bürger und Gäste
  • 4. Aufbau eines Informations- und Verkehrsangebots, das den maritimen Markenkern Hamburgs besser erschließt
  • 5. Einrichtung eines zentral in der Innenstadt gelegenen „Welcome-Centers“ als Schaufenster der Stadt
  • 6. Ausbau und Bündelung der digitalen Informationsangebote für Bewohner und Gäste
  • 7. Runder Tisch mit Vertretern aus der Politik zur Beratung über konkrete Themen der Tourismusförderung
  • 8. Förderung von touristischen Qualitätsinitiativen; Bevorzugung daran teilnehmender Institutionen bei städtischen Förderungen und in der kommunalen Kommunikation
  • 9. Relaunch der Vergaberichtlinien der Kultur- und Tourismustaxe; die Mittel müssen wieder entsprechend der ursprünglichen Vereinbarung (Stichwort: Anschubfinanzierung, keine Förderung von dauerhaften Projekten) eingesetzt werden
  • 10. Aufbau eines hochqualifizierenden Studienangebots
  • 11. Sicherstellung von bezahlbaren Wohnungsangeboten (Wohnheime) für Auszubildende
  • 12. Effektive und effiziente Integrationsprogramme für Migranten
  • 13. Sicherstellung eines gemeinsamen Marketings aller städtischen Institutionen
  • 14. Optimierung der Organisationsstruktur der Hamburg-Marketing-Gesellschaften
  • 15. Weiterentwicklung des Geschäftsmodells der Hamburg Tourismus GmbH
  • 16. Einbindung der privaten Wirtschaft in eine optimierte Marketingstruktur
  • 17. Stärkere Anbindung anderer Flughäfen mit internationalen Flugverbindungen an den Kongressbahnhof Dammtor. Stichworte: Check-in, Gepäckabfertigung etc.
  • 18. Stärkung der Präsenz Hamburgs im asiatischen Reisemarkt – vor allem China und Indien