Hamburg

Glücksatlas: Darum sind Hamburger unzufriedener als 2018

Die Zufriedenheit der Hamburger hat im Vergleich zum letzten Jahr abgenommen. (Symbolbild)

Die Zufriedenheit der Hamburger hat im Vergleich zum letzten Jahr abgenommen. (Symbolbild)

Foto: picture alliance / Bildagentur-o

Eine neue Studie zeigt: Die Lebenszufriedenheit der Deutschen ist so hoch wie nie. Warum das in Hamburg nicht so ist.

Hamburg. Noch nie war die Lebenszufriedenheit der Deutschen so hoch wie in diesem Jahr. Das zeigte der am Dienstag veröffentlichte Glücksatlas 2019 der Deutschen Post. Bei den Hamburgern sieht das jedoch anders aus: Die Hansestadt muss den zweiten Platz ans Bundesland Hessen abtreten und landet mit einem Minus von 0,09 Punkten und insgesamt 7,27 von maximal zehn Punkten "nur" auf Platz 3.

Dabei sind die Hamburger laut den neuen Ergebnissen mit ihrem Haushaltseinkommen zufriedener als der Rest von Deutschland. Dieses zählt deutschlandweit mit einem durchschnittlich verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen von etwa 24.000 Euro jedoch auch zu den höchsten in Deutschland. Das Einkommen sei jedoch ungleich verteilt, denn die Armutsgefährdungsquote ist in Hamburg mit 18,7 Prozent ebenfalls besonders hoch.

Glücksatlas 2019 – Hamburg ist eine junge Stadt

Überdurchschnittlich zufrieden sind die Hamburger mit ihrem Leben allgemein, ihrer Arbeit und ihrer Gesundheit. Auch die Alterstruktur der Hansestadt wirke sich positiv auf die Zufriedenheit aus. Hamburg sei eine besonders junge Stadt, in der nur 18,4 Prozent der Bewohner über 65 Jahre alt sind. Die Pflegequote ist darüber hinaus mit 34,5 Prozent die zweitniedrigste in Deutschland.

Der einzige unterdurchschnittlich bewertete Bereich ist in Hamburg "Wohnung und Freizeit". Grund dafür sind die hohen Wohnkosten – deutschlandweit die dritthöchsten gemessen am Monatseinkommen.

Schleswig-Holstein weiterhin auf Platz 1

Schleswig-Holstein bleibt mit einem gleichbleibenden Wert von 7,44 die zufriedenste Region Deutschlands. Seit 2013 steht das nördlichste Bundesland bereits an der Spitze des Rankings. "Zum Spitzenwert in der Zufriedenheit tragen die anhaltend gute Beschäftigungslage und die positive Entwicklung der Haushaltseinkommen bei sowie eine solide Robustheit der Bevölkerung gegenüber medialen Schlechtwettermeldungen", sagt Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg.

Die Zufriedenheit der Deutschen stieg mit 7,14 Punkten von maximal zehn Punkten auf den höchsten Wert seit 1989. Im Vergleich zum Vorjahr hatte sich der Wert um 0,09 Prozent verbessert. Auch Ostdeutschland erreichte seit dem Mauerfall vor 30 Jahren mit 7,0 einen neuen Höchstwert. Damit verringerte sich der Abstand zwischen West- und Ostdeutschland weiter auf aktuell 0,17 Punkte. Das Mittelfeld des Rankings bilden westdeutsche Regionen wie Nordrhein/Köln, Rheinland-Pfalz/Saarland und Niedersachsen/Hannover. Die Region Niedersachsen/Nordsee stieg jedoch genau wie Hamburg ab und landete mit 7,18 Punkten 2019 nur auf Rang 11.

Im europäischen Ländervergleich liegt Deutschland in diesem Jahr auf Platz 10. Die ersten Plätze belegen Dänemark, die Niederlande und Schweden. Auch die Einwohner der Nachbarländer Luxemburg und Österreich sind zufriedener als die Deutschen.

Zufriedenheit durch Geschlechtergerechtigkeit

Neben den regionalen Unterschieden bei der Lebenszufriedenheit wurden erstmals die Themen Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt bei der Arbeit behandelt. Diese wirken sich nach den neuesten Erkenntnissen für zwei Drittel der Beschäftigten geschlechterunabhängig positiv auf die eigene Arbeitszufriedenheit aus. Darüber hinaus stärken familienfreundliche Angebote der Arbeitgeber die Arbeitszufriedenheit. Gleichzeitig sehen Beschäftigte jedoch weiterhin genderspezifische Benachteiligungen.

Der bereits zum neunten Mal veröffentlichte Glücksatlas ist laut Deutscher Post die aktuellste regelmäßige Studie zur Lebenszufriedenheit der Deutschen. Befragt wurden Tausende repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.