Studie

So viel Miete bezahlen Hamburger für ihre Wohnungen wirklich

Die Hamburger Wohnungswirtschaft hat 270.000 Bestandsmieten analysiert. Die durchschnittlichen Kosten sind niedriger als angenommen.

Hamburg. Ist der Mietwohnungsmarkt doch wesentlich entspannter als bisher angenommen? Das zumindest zeigen Zahlen, welche die Hamburger Wohnungswirtschaft jetzt in einer großen Studie an 270.000 Mietwohnungen erhoben hat. Danach liegt die rechnerische Durchschnittsmiete, hochgerechnet auf den gesamten Hamburger Mietwohnungsmarkt (712.000 Mietwohnungen) bei 8,21 Euro pro Quadratmeter netto kalt monatlich.

90 Prozent aller Mieten liegen unter 10,89 Euro pro Quadratmeter. Fast 70 Prozent der Hamburger Mieten liegen zwischen 6,19 und 10,24 Euro pro Quadratmeter. Die Durchschnittsmiete in normaler Wohnlage liegt bei 7,91 Euro pro Quadratmeter, in guter Wohnlage bei 9,72 Euro pro Quadratmeter.

Mieten in Hamburg: politischer Aktionismus fehl am Platz

Daraus zieht die Hamburger Wohnungswirtschaft, bestehend aus dem Verband nord der privaten Immobilienwirtschaft, Grundeigentümer-Verband Hamburg, Immobilienverband Region Nord und der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), folgenden Schluss: Miethöhen und Fluktuationsraten belegen einen funktionierenden Mietwohnungsmarkt, sodass weitere regulatorische Eingriffe und politischer Aktionismus fehl am Platz sind.

Der Verband verweist auch darauf, dass die Angebotsmieten aus den Internetportalen, die häufig als Maßstab herangezogen werden, nicht die tatsächliche Lage widerspiegeln, weil Verwaltungen, private Anbieter und Genossenschaften ihre Angebote häufig nicht in diesen Portalen listen. Die wirklichen Abschlussmieten würden daher erheblich unter den Spitzen liegen, die in Portalen dargestellt werden. Im Durchschnitt betrage der Unterschied rund 3,70 Euro.

VNW sieht keinen Grund zur Panik

Zu den Ergebnissen der Studie sagte der VNW-Direktor Andreas Breitner: „Die Studie verdeutlicht mir fünf Dinge: 1. Der Wohnungsmarkt in Hamburg ist in Teilen angespannt. 2. Es gibt keinen Grund zur Panik. 3. Es gibt auch viele günstige Wohnungen. Das zeigt die monatliche Durchschnittsmiete der VNW-Mitgliedsunternehmen in Höhe von 6,79 Euro pro Quadratmeter. 4. Den Mangel an bezahlbaren Wohnungen beseitigt nur der Neubau. Das wird aber immer schwieriger, weil es an ausreichend Grundstücken mangelt und die Baupreise in den vergangenen beiden Jahren dramatisch gestiegen sind. 5. Das ,Bündnis für das Wohnen‘ wirkt. Wir werden uns dort weiterhin dafür stark machen, damit Mieterinnen und Mieter mit geringerem Einkommen sich auch künftig leisten können, in Hamburg zu leben.“