Hamburg

Was aus den E-Scootern im Winter wird

Die Zahl der Leih-Scooter in Hamburg wächst (Archivbild).

Die Zahl der Leih-Scooter in Hamburg wächst (Archivbild).

Foto: Michael Rauhe

Roller bleiben auch bei Frost einsatzbereit. Flotte dürfte aber etwas kleiner werden. Was Nutzer jetzt beachten sollten.

Hamburg. Gerade hat sich Hamburg so langsam an die neuen Elektrotretroller auf den Straßen gewöhnt – da ist deren Hochsaison auch schon vorbei. Wer dem Wetter trotzen und die E-Tretroller auch in der kalten, dunklen Jahreszeit zur Fortbewegung nutzen will, sollte einiges beachten. Generell gilt: Nutzer sollten auf rutschigem Laub sowie bei Frost besonders vorsichtig fahren.

Werden genau so viele E-Scooter auf den Straßen sein wie im Sommer?

Alle Anbieter wollen ihren Betrieb das ganze Jahr über aufrechterhalten, trotzdem dürften insgesamt etwas weniger E-Scooter auf den Straßen unterwegs sein. Lime und Voi wollen annähernd gleich viele Roller auf den deutschen Straßen bereitstellen, bei Circ, Tier und Bird wird die Flotte kleiner sein als im Sommer. Es brauche aber eine Mindestmenge an Scootern in den Städten, damit das mobile Konzept aufgehe, sagt Tier-Sprecher Bodo von Braunmühl.

Sind die Gefährte winterfest?

Wenn man die Anbieter fragt, prinzipiell schon. Die Marke Tier will ab November deutschlandweit einen „Winter-Scooter“ einführen, der „mit einem größeren Vorderrad, Hinterradantrieb und einem höheren Gewicht für deutlich bessere Bodenhaftung sorgt, mit rutschigem Untergrund deutlich besser zurechtkommt und eine verbesserte Bremsleistung aufweist“, sagt der Sprecher. Auch das Licht des Scooters sei auf die dunkle Jahreszeit angepasst und die Batterien abnehm- und leichter auswechselbar. Die Firma Voi erklärt, ihr neuestes Modell sei mit Allwetterreifen ausgestattet. Bird teilt mit, sein Scooter-Modell sei auf die hiesigen Wetterbedingungen angepasst.

Das Abendblatt testet E-Scooter in Hamburg
E-Scooter Test in Hamburg

Und bei Herbststurm, Schnee und Eis?

Da man eine App auf dem eigenen Smartphone braucht, um einen E-Scooter auszuleihen, können die Anbieter diesen Service kurzfristig sperren. So könne man „ohne Probleme auf Extremwetterlagen wie Glatteis und Schnee reagieren“, sagt Christian Geßner von Bird. Das Unternehmen analysiere ohnehin das Wetter, um die Anzahl der zu bereitsstellenden Scooter für den nächsten Tag zu errechnen. Über die App kann auch gesteuert werden, wo die Scooter nicht abstellbar sind. So können zudem kurzfristig Fahrverbotszonen eingerichtet werden. Diese würden in „Absprache mit der Stadt Hamburg definiert“, sagt Tier-Sprecher von Braunmühl, zum Beispiel für Weihnachtsmärkte.

Laufen die Akkus überhaupt noch bei Kälte?

Heutige Lithium-Ionen-Akkus haben mit Temperaturen bis zu minus 15 Grad keine größeren Probleme, wie Lars Zemke vom Bundesverband Elektrokleinstfahrzeuge sagt. „Da während der Fahrt der Akku Wärme entwickelt, ist Fahren immer die ideale Situation im Winter.“ Teilweise gehen die Anbieter trotzdem von kürzeren Laufzeiten der Akkus aus, wenn die Temperaturen länger um den Gefrierpunkt bleiben.