Hamburg/Halstenbek

Lkw-Fahrer und Angehörige attackieren Polizisten

Die Hamburger Polizei nimmt einen Mann fest.

Die Hamburger Polizei nimmt einen Mann fest.

Foto: imago images / Jannis Große

Der Kontrollgruppe "Autoposer" fiel der Lkw in Hamburg auf. Als sie den Fahrer kontrollieren wollte, flüchtete er zu seiner Familie.

Halstenbek/Hamburg. Ein 22 Jahre alter Lkw-Fahrer hat sich am Sonntagabend eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Nach Angaben eines Polizeisprechers fiel den Beamten der Kontrollgruppe "Autoposer" gegen 20 Uhr ein Lastwagen im Nordwesten von Hamburg auf, weil der Fahrer viel zu schnell unterwegs war.

Die Polizisten wollten den Lkw-Fahrer anhalten und kontrollieren. Doch der Mann reagierte nicht auf die Anhaltezeichen am Zivilauto der Polizei und raste über die Stadtgrenze bis nach Halstenbek zu seinem Wohnhaus. Dort stellte er den Lastwagen auf dem Grundstück ab und stieg aus.

Die Zivilbeamten gaben sich in diesem Moment als Polizisten zu erkennen und forderten den Führerschein und die Fahrzeugpapiere von ihm. "So wie bei jeder Verkehrskontrolle", sagt Polizeisprecher Finn Lewin. Doch der sehr aggressive 22-Jährige beschimpfte wüst die Polizei. "Er forderte die Kollegen auf, das Grundstück zu verlassen", so Lewin und fügt hinzu: "In diesem Moment haben wir ihm die Rechtslage erklärt." Doch davon ließ sich der Mann nicht beeindrucken, sodass er festgenommen wurde.

Familienmitglieder versuchen 22-Jährigen zu befreien

Dabei wehrte sich der Mann und versetzte einem Beamten einen Faustschlag gegen den Oberkörper. Eine 28 Jahre alte Frau, die auf dem Beifahrersitz im Lkw saß, stieg nun ebenfalls aus und bepöbelte die Polizisten. Die Verwandte, die ebenfalls in dem Haus in Halstenbek wohnt, ging in das Haus und holte Verstärkung.

Gemeinsam mit einer Frau (22) und einem Mann (54) versuchten die Familienmitglieder den 22-Jährigen zu befreien. "Die Polizisten setzten nun Pfefferspray ein", sagt Lewin. Mithilfe weitere Polizisten wurden letztlich alle Vier festgenommen und mit zur Wache genommen. Gegen alle vier Familienmitglieder sind Strafverfahren eingeleitet worden.

Warum der Mann vor der Polizei geflüchtet und gegenüber den Beamten so aggressiv war, ist laut Lewin unklar. Die drei Beamten der Soko "Autoposer" sind bei dem Einsatz leicht verletzt worden.