Bergedorf

Schon wieder: JVA-Freigänger handelt mit Drogen

Die Justizvollzugsanstalt Glasmoor

Die Justizvollzugsanstalt Glasmoor

Foto: dpa / Bodo Marks

Nur Tarnung? Der 47 Jahre alte Mann hatte seinen Job bei einem Nahverkehrsunternehmen missbraucht, um Marihuana zu verkaufen.

Hamburg. Erneut ist ein Freigänger aus dem offenen Vollzug der Haftanstalt Glasmoor beim Handel mit Drogen erwischt worden. Der 47 Jahre alte Mann hatte seinen Job bei einem Nahverkehrsunternehmen missbraucht, um Marihuana zu verkaufen. Lieferant der Drogen war ein ehemaliger anderer Freigänger (33), zu dem er offenbar im Vollzug Kontakte geknüpft hatte.

Dirk E. ist das, was man eine „große Nummer“ nennt. Anfang 2017 war er festgenommen worden, weil er am Luisenweg im Stadtteil Hamm in einem mehrgeschossigen Gewerbebau eine sich über zwei Etagen erstreckende illegale Hanfplantage betrieben hatte. Rund 4700 Pflanzen waren damals sichergestellt worden. Dafür war Dirk E. im Dezember 2017 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Nach sieben Monaten wurde er in den offenen Vollzug verlegt.

Um in den Genuss dieses Privilegs zu kommen, müssen Gefangene eine Arbeitsstelle vorweisen können. Die hatte ihm ein großes Busunternehmen verschafft. Als Elektriker wurde er einer der mehr als 1700 Mitarbeiter. Doch seinen Job nutzte er offenbar aus, um Drogengeschäfte abzuwickeln.

Verurteilter Dealer ruft die Polizei

Ausgerechnet ein ehemaliger verurteilter Dealer beobachtete ihn dabei. Dem Mann waren die konspirativ durchgeführten An- und Verkaufsaktivitäten nicht fremd. Er rief die Polizei. Beamte der Wache Bergedorf stoppten Dirk E. in einem Ford Fiesta. In dem Wagen stellten sie mehr als 100 Gramm Marihuana sicher. Auch der Lieferant des Mannes wurde ermittelt, dessen Wohnung an der Triftstraße im Stadtteil Heimfeld durchsucht. Dort fand die Polizei jedoch keine Drogen. In der Wohnung der Freundin des 33-Jährigen, die im benachbarten Stadtteil Eißendorf lebt, aber schon. Dort stellten Drogenfahnder 150 Gramm Marihuana, 85 Gramm Ecstasy und eine scharfe Schusswaffe plus der dazugehörigen Munition sicher. Außerdem wurde eine in der Dusche installierte kleine Hanfplantage entdeckt, in der gerade 69 kleine Pflanzen gezogen wurden. Sie und ihr 33 Jahre alter Freund kamen vor den Haftrichter. Die Frau blieb auf freiem Fuß.

Das war nicht der einzige Erfolg für die Drogenfahnder vom Landeskriminalamt. In Jenfeld hoben Beamte eine sogenannte „Bunkerwohnung“ aus, eine Wohnung also, in der Rauschgift zwischengelagert wird. Dort stießen sie auf zehn Kilo Marihuana in Kisten und weitere viereinhalb Kilo der Droge in Sporttaschen. Die Wohnung gehört einer 44 Jahre alten Frau, die die Drogen nach Erkenntnissen der Polizei für einen 33 Jahre alten Deutschen lagerte. Dieser war vor der Wohnungsdurchsuchung mit der 44-Jährigen auf einem Parkplatz festgenommen worden. Bei ihm fand die Polizei 1900 Euro Drogengeld. In seinem Wagen wurden ein verbotener Schlagring, Pfefferspray und ein verbotenes Einhandmesser entdeckt. Der 33-Jährige kam vor den Haftrichter. Die 44 Jahre alte Frau blieb auf freiem Fuß.