Hamburg

Mit „Quartiers-Angeboten“ gegen Altersarmut in Hamburg

Klaus Wicher ist Landesvorsitzender des SoVD Hamburg

Klaus Wicher ist Landesvorsitzender des SoVD Hamburg

Foto: Susanne Rahlf/SoVD

Sozialverband SoVD hat ein Konzept entwickelt, wie Angebote für Senioren besser verzahnt werden können. Vorbild ist München.

Hamburg.  Nicht nur die Zahl der älteren Menschen nimmt in Hamburg stetig zu: Ende 2017 lebten rund 341.000 Über-65-Jährige in der Stadt. Noch stärker steigt der Anteil der Älteren, die arm oder von Armut bedroht sind: Lag die Armutsgefährdungsquote bei Über-65-Jährigen 2005 noch bei 9,5 Prozent, ist sie 2017 auf 16,8 Prozent gestiegen.

Diese Zahlen nannte der Landesverband Hamburg des Sozialverband Deutschland (SoVD), der die steigende Altersarmut mit „Quartier-Angeboten“ in den Griff bekommen will. In Hamburg gebe es zwar bereits ein großes Angebot für ältere Menschen, allerdings seien diese oft nicht miteinander verknüpft oder den Senioren sogar unbekannt.

Da setze das in Zusammenarbeit mit dem Sozialwissenschaftler Professor Timm Kunstreich entwickelte Konzept des „Quartiers-Angebots“ an, wie Klaus Wicher, Landesvorsitzender des SoVD, am Donnerstag erläuterte: „Darunter verstehen wir eine Verzahnung von Angeboten und den Aufbau von lokalen Netzwerken, die sich am Bedarf und den Interessen der älteren Menschen orientieren.“ Diese eine der Wunsch, so lange wie möglich selbstbestimmt und in den eigenen vier Wänden zu leben. „Dieser Wunsch lässt sich dann am besten realisieren, wenn alte Menschen barrierefreien Zugang zu Unterstützungsleistungen jeder denkbaren Art haben – und zwar wohnortnah, also in jedem Quarter oder Viertel“, so das Konzept.

Seniorentreffs sollen einbezogen werden

Die „Quartier-Angebote“ sollten daher zugleich als Beratungseinrichtung und Treffpunkt fungieren, die Unterstützung, Entlastung, Teilhabe und Teilnahme ermöglichen. Ausdrücklich sollen bestehende Einrichtungen wie die 76 Seniorentreffs einbezogen werden.

Vorbild für den SoVD ist das Münchener Konzept, in dessen Mittelpunkt 32 „Alten- und Service-Zentren“ stehen. Diese Einrichtungen seien jeweils rund 500 Quadratmeter groß, barrierefrei und gut erreichbar; beschäftigten vier Fachkräfte und hätten ein jährliches Budget von 380.000 Euro. Analog zu München fordert der Sozialverband zudem, die staatliche Grundsicherung in Hamburg um 20 Euro zu erhöhen.