CO2-Emission

Flughafen Hamburg will bis 2021 klimaneutral werden

Allein um ein Flugzeug in Fuhlsbüttel zu be- und entladen, braucht es viele Fahrzeuge. Schon jetzt haben 73 Prozent der Fahrzeuge einen klimafreundlichen Antrieb.

Allein um ein Flugzeug in Fuhlsbüttel zu be- und entladen, braucht es viele Fahrzeuge. Schon jetzt haben 73 Prozent der Fahrzeuge einen klimafreundlichen Antrieb.

Foto: imago images / ZUMA Press

In Europa haben bereits 48 Airports ihren Betrieb ohne weiteren CO2-Ausstoß organisiert. Hamburg könnte deutscher Vorreiter werden.

Hamburg. Noch produziert der Betrieb des Hamburger Flughafens 15.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr. Das soll sich ändern. "Bis 2021 wollen wir klimaneutral arbeiten", sagt Pressesprecherin Janet Niemeyer. Das soll insbesondere durch die Umstellung der Fahrzeugflotte auf modernste Antriebstechnologien passieren. Darüber berichtete zuerst die Welt Hamburg. Vor zehn Jahren produzierte der Flughafenbetrieb in Hamburg noch 40.000 Tonnen CO2.

Demnach haben schon jetzt 73 Prozent der Fahrzeuge in Fuhlsbüttel einen alternativen Antrieb – entweder elektrisch oder auf der Basis von Erdgas. Zur Flotte gehören beispielsweise Fahrzeuge, die die Flugzeuge aus den Parkpositionen ziehen, Busse und Kofferwagen. Wie Axel Schmidt, Leiter des Zentralbereichs Umwelt am Airport Hamburg der Welt sagte, arbeite man seit fast 20 Jahre kontinuierlich daran, den CO2-Ausstoß der Fahrzeugflotte zu senken.

Alle Deutschen Airports wollen klimaneutral werden

Zum Betrieb des Flughafens zählen auch die Löschfahrzeuge der Flughafenfeuerwehr. Die fahren inzwischen mit aus Erdgas gewonnenem Diesel. Als Ausgleich für den so entstehenden CO2-Ausstoß kauft der Flughafen Zertifikate zur Aufforstung von Flächen. Als Ausgleich für CO2-produzierende Dienstreisen von Flughafen-Mitarbeitern hat der Airport auf eigenen landwirtschaftlichen Flächen bislang 180.000 Bäume gepflanzt.

Der Hamburger Flughafen ist nicht der einzige in Deutschland, der Klimaneutralität anstrebt. Die deutschen Flughäfen wollen bis 2050 kein Kohlendioxid mehr ausstoßen. Dieses Ziel hat sich die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) in Düsseldorf vor gut zwei Wochen gesetzt. Neben technischen Entwicklungen und Einsparungen komme es auf den verstärkten Einsatz regenerativer Treibstoffe an, hieß es in einer Mitteilung der ADV. Damit solle ein Beitrag geleistet werden, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Kein deutscher Flughafen bislang klimaneutral

Ende Juni bekannte sich zudem der europäische Flughafen Dachverband "Airports Council International Europe", zur Mission "Zero Emission" bis 2050. 194 europäische Flughäfen haben eine entsprechende Erklärung unterzeichnet. In Deutschland funktioniert laut Luftfahrt-Onlinemagazin Aero Telegraph bislang noch kein Flughafen klimaneutral. Europaweit werden bereits 48 Airports klimaneutral betrieben, darunter Brüssel, London Stansted, Rom Ciampino und Genf. Somit könnte der Flughafen in Fuhlsbüttel 2021 Deutschlands erster klimaneutral betriebener Airport werden.

Fliegen ist laut Umweltbundesamt die klimaschädlichste Art, sich fortzubewegen. Ein Flug von Deutschland auf die Malediven und zurück (Entfernung: 2 x 8000 km) verursacht pro Person eine Klimawirkung von mehr als fünf Tonnen CO. Mit einem Mittelklassewagen könnte man dafür mehr als 25.000 Kilometer fahren (bei einem Verbrauch von 7 l/100 km, siehe UBA-CO2-Rechner).

Allein am Hamburger Flughafen produzieren Starts und Landungen sowie An- und Abflüge etwa 140.000 Tonnen CO2 pro Jahr.