Hammerbrook

Das Museum, in dem man schreien, spielen und anfassen darf

Fake oder real? Damit zu spielen, ist
Prinzip des 3D TrickArt.

Fake oder real? Damit zu spielen, ist Prinzip des 3D TrickArt.

Foto: Andreas Laible

Seit November 2018 zeigt das 3D TrickArt Museum Werke des Künstlers Masahi Hattori. Ausstellung um fünf Szenen erweitert.

Hamburg.  Es ist vermutlich das einzige Museum, in dem das Fotografieren von und Posieren mit den Ausstellungsstücken ausdrücklich erwünscht ist. Seit November 2018 lockt das 3D TrickArt Museum an der Nordkanalstraße Jung und Alt mit den Werken des japanischen Künstlers Masahi Hattori an. Zum Ferienbeginn wurde die Ausstellung um fünf Szenen erweitert.

Wer die Halle betritt, ist zunächst verwundert: Verzerrte Computerzeichnungen sind wie riesige Sticker an die Wand und auf den Boden geklebt. Trick Art ist eine Kunstform, die sich nur mit dem Blick durch eine Kamera erschließt. Betrachtet man die großen, farbenfrohen Motive in einem bestimmten Winkel durch eine Linse, so erscheinen sie plötzlich dreidimensional. Der Trick besteht nun darin, dass sich die Museumsbesucher ins Bild setzen, stellen oder legen und so ihre eigenen Foto-Kunstwerke kreieren. Schauspielerisches Talent ist gefragt, damit der Ritt auf einem Nilpferd oder das Überqueren einer tiefen Schlucht auch wirklich echt erscheinen. Wer die Bilder zu sehen bekommt, wird seinen Augen nicht trauen.

Tüftelei und Kreativität

Mit ein bisschen Tüftelei und Kreativität lassen sich mit ein und demselben Motiv die unterschiedlichsten Szenarien darstellen. „Je mehr man rumspielt, desto lustiger werden die Bilder“, sagt der Geschäftsführer Peer Pubben. Immer wieder würden die Besucher ihn mit ihrem Ideenreichtum zum Staunen bringen. Einige würden sogar Kostüme mitbringen, um die Szenen noch echter wirken zu lassen,

Bereits vor zwölf Jahren machten Pubben und sein Geschäftspartner Carsten Dierks sich bekannt, als sie den ersten Segway-Roller-Verleih in Hamburg gründeten. Nun betreiben sie das einzige Trick-Art-Museum Europas.

Nicht nur für Kinder geeignet

Das Museum sei nicht nur für Kinder geeignet. Pubben schildert, dass es manchmal zu regelrechten „Schrei-Orgien“ kommt, wenn die gesamte Familie mit Feuereifer an einer Inszenierung arbeitet. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, das macht schon Spaß“, findet auch Judith Steinke, die sich mit ihren zwei Söhnen vor der Kamera die verschiedensten Posen einfallen lässt. Für Schulen eignet sich ein Besuch der Ausstellung auch, da sie spielerisch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Fake News ermögliche. Die Schüler erleben, wie leicht die Realität auf Bildern verändert werden kann.

Das Museum hat bis zum 30. November an jedem Tag außer dienstags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. In den Ferien sonnabends und sonntags schon ab 10.30 Uhr. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 15 Euro, für Kinder (5 bis 15 Jahre) 9 Euro. Rentner und Studenten zahlen 12 Euro. Für Familien und Schulgruppen gibt es Ermäßigungen. Weitere Infos: www.3dtrickart.de