Gesundheitsbehörde

Hausbesuche für Senioren künftig in ganz Hamburg

Gesundheitssenatorin Cornelia
Prüfer-Storcks
(SPD) will das
Modellprojekt
ausweiten.

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) will das Modellprojekt ausweiten.

Foto: Mark Sandten

Modellprojekt war erfolgreich. Zum 80. Geburtstag erhalten nun alle Männer und Frauen eine Einladung zum Gespräch.

Hamburg.  Die Testphase war nach Einschätzung von Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) erfolgreich. Jetzt soll der „Hamburger Hausbesuch für Seniorinnen und Senioren“ auf alle Bezirke ausgeweitet werden. Darum geht es: Wer 80 Jahre alt wird, erhält von der Fachstelle „Hamburger Hausbesuch“, die im Albertinen-Haus (Schnelsen) eingerichtet wurde, per Brief die Einladung zu einem freiwilligen und kostenlosen Hausbesuch durch einen Mitarbeiter. In dem Gespräch kann es um die gesundheitliche Situation, soziale Kontakte und die gesellschaftliche Einbindung der 80-Jährigen, aber auch um eventuell sich abzeichnende Unterstützungs- und Pflegebedarfe gehen.

Von September 2018 bis Mai 2019 wurde das Modell in zwei Bezirken erprobt. In diesem Zeitraum feierten 1710 Menschen in Eimsbüttel und 1097 Menschen in Harburg ihren 80. Geburtstag. Das Angebot eines Hausbesuchs nahmen 32 Prozent der Eimsbütteler Senioren und 33 Prozent der Harburger Altersgenossen an. Damit liegt die Akzeptanzquote um sieben Prozentpunkte über der Prognose, die auf Erfahrungswerten ähnlicher Projekte im Bundesgebiet beruht.

Selbstständiges Leben unterstützen

„Die konstant bleibenden Zahlen bei der Inanspruchnahme zeigen, dass der Hausbesuch von den Seniorinnen und Senioren weiterhin gut angenommen wird und als neues Informationsangebot etabliert und geschätzt ist“, sagte Prüfer-Storcks. „Die vielen positiven Rückmeldungen haben mich darin bestärkt, das Angebot bereits zum Ende 2019 auf alle Hamburger Bezirke auszuweiten“, sagte die Senatorin.

Ziel des Projektes ist es, ein aktives, selbstbestimmtes und selbstständiges Leben der Senioren in der eigenen Wohnung zu unterstützen. Dabei sollen Zugänge zu Angeboten in der Wohnumgebung bei Interesse und Bedarf erleichtert werden. Der Brief mit den Geburtstagsglückwünschen enthält einen konkreten Terminvorschlag für den Hausbesuch und eine Informationsbroschüre.

Treffen in Bezirksamt verlegt

Die meisten der von 56 geschulten Mitarbeitern auf Honorarbasis durchgeführten Besuche fanden in der Wohnung der 80-Jährigen statt. Auf Wunsch der Senioren wurden einige Treffen in das Bezirksamt verlegt. Häufig nahm eine Vertrauensperson an dem Gespräch teil. Der am meisten genannte Grund für die Ablehnung eines Besuchs war, dass die Senioren keinen Bedarf sahen und sich selbst als „zu gesund“ einschätzten.

Schwerpunkte der Gespräche waren die gesundheitliche Situation, Mobilität und die Wohnsituation. In Eimsbüttel und Harburg wurden 34 Menschen nach dem Hausbesuch auf eigenen Wunsch an Einrichtungen für ältere Menschen vermittelt – in 31 Fällen an den Pflegestützpunkt im Bezirk sowie an die Pflegekasse, die Diakonie und den „Verein „Barrierefrei Leben“.